Weilheimer Gesundheitsamt rät zur Impfung gegen Windpocken

Rate unter dem Durchschnitt

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Bei der Impfung gegen Windpocken hinkt der Landkreis Weilheim-Schongau hinterher, wie die Grafik zeigt.

Landkreis – Windpocken zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. Seit 2004 kann gegen den Erreger geimpft werden. Zwar sinkt seitdem auch im Landkreis Weilheim-Schongau die Zahl der Krankheitsfälle, doch bei der Impfquote hapert es. Das Gesundheitsamt schlägt deshalb Alarm.

Zwei von drei Kindern sind laut Gesundheitsamt zum Zeitpunkt ihrer Einschulung gegen Windpocken geimpft. Was auf den ersten Blick nach passabler Quote klingt, ist im Vergleich jedoch nur unterdurchschnittlich. Mit 66 Prozent liegt der Landkreis deutlich hinter dem deutschen (82 Prozent) und bayerischen Wert (72 Prozent). „Das hat leider zur Folge, dass immer wieder Windpocken-Ausbrüche registriert werden müssen“, sagt Dr. Stefan Günther, zuständig für die Impfberatung im Gesundheitsamt.

Ganz aktuell traf es den Kindergarten in Wildsteig. Gleich zwölf Kinder meldeten sich in der vergangenen Woche mit Windpocken krank. „Es ist das erste Mal, dass es uns so geballt trifft“, sagt Erzieherin Kerstin Morgenstern auf Nachfrage des Kreisboten. Schließen musste die Einrichtung, die von 43 Kindern besucht wird, deshalb freilich nicht. In jungen Jahren verläuft die Krankheit im Normalfall harmlos. Das typische Krankheitszeichen, ein unangenehm juckender Hautausschlag, tritt etwa 14 bis 22 Tage nach der Ansteckung auf.

Eine Gefahr können Windpocken allerdings für die älteren Kinder und für die Erwachsenen darstellen. Dann könne die Krankheit ausgeprägter und komplikationsreicher verlaufen. „Mögliche seltene Folgen sind eine Gehirn-, Mittelohr-, Lungen- und Leberentzündung“, begründet dies Günther. Besonders gefährdet seien Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem wie etwa chronisch Kranke. Windpockeninfektionen während der ersten fünf Monate einer Schwangerschaft können darüber hinaus zu einer schweren Fehlbildung des Kindes führen.

Der Arzt rät daher zu einer Impfung gegen die Windpocken: Sie biete „den einzig zuverlässigen Schutz vor einer Infektion“ und werde deshalb auch von der ständigen Impfkommission für alle Kinder vom zweiten bis zum 17. Lebensjahr empfohlen.

Von Kreisbote

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