Es wird saniert – Baustopp an Mittelschule aufgehoben

„Der Planungsstopp war richtig. Wir können uns keinen Mercedes kaufen, wenn wir nur Geld für einen VW haben.“ Bürgermeisterin Manuela Vanni wählte in der jüngsten Sitzung des Marktrats einen anschaulichen Vergleich, um die Entscheidung des Gremiums zu rechtfertigen, die Sanierung der Josef-Zerhoch-Mittelschule nicht auf Grundlage der zuletzt vorgelegten Kostenschätzung abzuwickeln.

Das als „energetisches Leuchtturmprojekt“ angepriesene Entwurfskonzept lag nämlich in finanzieller Hinsicht weit über den Maßstäben und sollte statt der veranschlagten 8,6 auf einmal knapp 11,5 Millionen Euro kosten. Der Marktrat zog daraufhin die Notbremse (wir berichteten), doch saniert wird die Schule nun trotzdem: Nach jüngster Beschlusslage soll das eingeschaltete Generalplanungsbüro bis September auf Basis eines abgespeckten Raumprogramms eine neue Kostenschätzung vorlegen. Zudem werden die bereits bestellten Schulcontainer nicht stor- niert, sondern wie geplant aufgebaut. Der kurzfristig ebenfalls noch einmal ins Spiel gebrachte Vorschlag für einen kompletten Neubau der Mittelschule wurde vom Gemeinderat hingegen endgültig verworfen. Laut Marktbaumeister David Oppermann hätte dafür ein neues Grundstück gefunden und ein neues Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben werden müssen. Auch die bisherigen Planungskosten von 551 000 Euro „wären umsonst gewesen“, erläuterte Oppermann im Gemeinderat. Ein weiterer Nachteil der Neubauvariante: Das Projekt würde sich in die Länge ziehen, so dass die Mittelschule noch zwei weitere Winterhalbjahre im alten Gebäude verbleiben müsste. Für Rektor Hans Socher, der in der Ratssitzung Rederecht erhielt, ein nicht vorstellbarer Zustand: „Man kann es nicht verantworten, die Kinder auch nur einen Winter noch da drin zu lassen. Jeden Monat, den wir verlieren, zahlt die Gemeinde mehr“, drückte Socher bezüglich der Sanierungspläne aufs Tempo. Bis spätestens zu den Weihnachtsferien soll nun die Mittelschule in die Container am Eisstadion ausgelagert werden. Zu welchem Zeitpunkt die Sanierung beginnen soll, darüber war in der Ratssitzung nichts zu erfahren. Ziel ist es, die Kosten „in Richtung“ der ursprünglich veranschlagten 8,6 Millionen Euro zu drücken. Unter anderem wird auf den Bau von zwei PC-Räumen verzichtet, die Schule rüstet stattdessen auf Laptops um. Fest steht aber wohl, dass mit der Planänderung die Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von rund 400 000 Euro gestrichen wird: „Die Voraussetzungen werden wir nicht mehr einhalten können“, so Oppermann.

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