Wer wird Träger? – Mittelschule wirft Fragen auf

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BERNHARD JEPSEN; Peißenberg – Der Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Entscheidung über die bauliche Sanierung der Josef-Zerhoch-Hauptschule erneut vertagt. Der Grund: Falls die Lehranstalt in eine Mittelschule umstrukturiert wird, ist noch nicht geklärt, wer die Schulträgerschaft übernehmen soll. Kein Beschluss zur Schulhaussanierung Das Risiko, mehrere Millionen Euro aus der Gemeindekasse in die Renovierung zu stecken, um am Ende festzustellen, dass eigentlich der Landkreis die Kosten hätte tragen müssen, will der Marktrat nicht eingehen. Fest steht derzeit nur, dass die ursprünglichen Neubaupläne nicht weiter verfolgt werden sollen. Selbst wenn die Mittelschule kommt, entsteht nach den Prognosen kein zusätzlicher Raumbedarf. So rechnet der Leiter der Josef-Zerhoch-Hauptschule lediglich mit einem Zuwachs von 20 bis 30 Schülern, was in etwa den zu erwartenden Rückgang der Gesamtschülerzahlen kompensieren würde. „Es werden nicht mehr und auch nicht weniger Schüler“, erklärte Hans Socher in der Sitzung den Marktgemeinderäten – mit einer kleinen Einschränkung: „Im Übergang müssen wir das Schulhaus in St. Johann miteinbeziehen“. Nach Auskunft des Rektors möchte das Kultusministerium eine wohnortnahe Schulversorgung gewährleisten. Kleinere Lehranstalten wie die Hauptschule in Huglfing könnten demnach einem „Mittelschul-Verbund“ beitreten, ohne ihren eigenen Standort zu verlieren. Laut Socher würde die Zerhoch-Schule bereits fünf der sechs vom Ministerium geforderten Kriterien für eine Mittelschule erfüllen. So habe man unter anderem berufsorientierte Zweige sowie einen mittleren Bildungsabschluss im Angebot. Lediglich die Ganztagsbetreuung fehlt noch im Programm. „Irgendwann kommt die Geschichte“, zeigte sich Socher allerdings zuversichtlich, den Makel zu beheben. „In St. Johann ist für eine Ganztagsklasse mit Mensa genügend Platz.“ Auch wenn der Einstieg in die Mittelschule freiwillig sei, geht Socher fest von einer entsprechenden Umstrukturierung an seiner Schule aus. „Wir haben gar keine andere Wahl“, versicherte der Schulleiter in der Sitzung. „Wenn es ringsum Mittelschulen gibt und in Pei- ßenberg nur noch eine Hauptschule, dann werden uns die Eltern heiß baden.“ Die internen Planungen seien jedenfalls so angelegt, „dass wir jederzeit starten können“, führte Socher aus. Markträtin Centa Uridil, früher selbst als Lehrerin an der Hauptschule tätig, fragte indes, wie man die geplante Schulreform stoppen könne. Sie sorgt sich um die „Profilbildung“ an der Hauptschule und befürchtet, dass Schüler, die nicht über die Qualifikation für die Mittelschule verfügen, „hinten runterfallen“. Laut Bürgermeisterin Manuela Vanni würden die maßgeblichen Entscheidungen allerdings auf politischer Ebene und nicht im Gemeinderat getroffen. „Wenn die Mittelschule kommt, dann müssen wir schauen, dass wir auch eine bekommen. Das ist wichtig für den Schulstandort Peißenberg“, betonte Vanni.

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