Marktgemeinde will Unternehmen stärken – Nächstes Treffen am 9. April

Wirtschaftsforum Murnau

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Geben den Startschuss zum „Wirtschaftsforum Murnau“, v. li.: Bürgermeister Rolf Beuting, Miriam Seidl, Wirtschaftsförderung Murnau; Daniel Domscheit-Berg, Internetplattform Wikileaks; Guntram Gattner, Wirtschaftsförderverein Murnau und Jan-Ulrich Bittlinger, Wirtschaftsförderung Murnau.

Murnau – Start in ein neues Zeitalter: „Murnau 4.0“ Bürgermeister Rolf Beuting und Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger stellten vor Kurzem das „Wirtschaftsforum Murnau“ vor.

Das „Wirtschaftsforum Murnau“ ist ein Projekt der professionellen Wirtschaftsförderung in der Marktgemeinde und des ehrenamtlichen Wirtschaftsfördervereines. Die Einladung zum Auftaktabend fiel auf fruchtbaren Boden, denn rund 150 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft fanden den Weg in das Kultur- und Tagungszentrum. „Wir wollen unsere örtlichen Unternehmen stärken und junge Leute in der Gemeinde halten“, so Beuting über die Ziele. „In den kommenden Jahren wandern etwa 28 Prozent der Arbeitskräfte aus unserer ländlichen Region in die Großstädte ab. In gleichem Umfang ziehen Senioren und Rentner zu“, verdeutlichte Bittlinger die Probleme des demographischen Wandels. Der Fachkräftemangel werde sich durch diesen Generationenwechsel verschärfen.

„Wir müssen schauen, dass die Jungen am Ort bleiben, oder wieder zurück in ihre Heimat kommen“, sagte Bittlinger. Ein Hochschulstudium müsse laut dem Wirtschaftsförderer nicht sein, wenn man seine Zukunft daheim mit einer soliden Handwerksausbildung, verbunden mit einem dualen Studiengang, gestalten könne.

Das „Wirtschaftsforum Murnau“ bietet sich daher als Ausbildungspool und Jobbörse an. „Murnau soll im wirtschaftlichen Bereich Vorreiter sein“ , erklärte Beuting. Das Wirtschaftsforum soll als Plattform für das örtliche Gewerbe fungieren und offen für alle Betriebe in der Staffelseeregion sein. Als Probleme für die Wirtschaftsunternehmen nennt Beuting neben dem Fachkräftemangel vor allem die Lücken im schnellen Internet: „Es ist enttäuschend, wie schleppend die Telekom den Ausbau des Glasfasernetzes voranbringt.“

Der Bürgermeister warf die Idee eines eigenen kommunalen Telekommunikationsnetzes in die Diskussion. Daniel Domscheit-Berg, der Gastredner des Abends, merkte dazu an: „Man denke nur an die vor zwei Jahren bespöttelten Flugtaxis. ‚Eine Utopie‘, hieß es damals. Bei der Weltausstellung 2020 in Dubai werden solche unbemannten Taxidrohnen unterwegs sein.“ Ist die Idee eines kommunalen Glasfasernetzes erst einmal in der Welt, ließe sie sich auch umsetzen. „Innovationen gibt es, wenn freien Geistern ein grenzenloses Internet zur Verfügung steht“, so die Aussage des Impulsvortrags des Mitbegründers der Internetplattform Wikileaks.

Beim „Wirtschaftsforum Murnau“ wird es in den kommenden Monaten weitere Veranstaltungen geben. Netzwerktreffen sind geplant und Arbeitsgruppen. „Wir als Gemeinde wollen den Input der Wirtschaftsleute aufgreifen und die Organisation zu dessen Umsetzung übernehmen“, sagte Bittlinger. Im Rathaus laufen die Fäden bei Miriam Seidl zusammen. Der Vorsitzende des Wirtschaftsfördervereines, Guntram Gattner, kündigt das nächste Treffen an: „Am Dienstag, 9. April, werden wir uns im ehemaligen Gebäude von ‚Haushaltswaren Paul‘ in der Bahnhofstraße mit den Themen ‚Leerstände‘ und ‚Tourismus‘ befassen.“ Beginn ist um 19.30 Uhr.

Von Günter Bitala

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