Wirtschaftsminister Zeil in Bayern: "Welt bleibt nicht stehen – trotz Krise"

Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident, Martin Zeil (FDP), hat am vergangenen Mittwoch-abend die Firma „Motoren Bauer“ in Weilheim besucht. In seiner Rede zum Thema „Rahmenbedingungen für den Mittelstand in turbulenten Zeiten“ hob er vor etwa 50 Politikern und Unternehmern aus der Region die Bedeutung des bayerischen Mittelstandes für die Wirtschaft im Land hervor.

Zunächst informierte Klaus Bauer, Firmenchef von „Motoren Bauer“, über sein Unternehmen: Sein Vater und Großvater gründeten es im Jahr 1950. Derzeit beschäftigt das „Servicezentrum für Motoren und Fahrzeuge“ 220 Mitarbeiter, im Jahr 2008 machte es einen Umsatz von 41 Millionen Euro. Zwar sei auch sein Unternehmen von der Wirtschaftskrise nicht verschont geblieben, sagte Bauer. Denn im Bereich Maschinenbau seien die Aufträge heuer um etwa 70 Prozent eingebrochen. „Aber andere Bereiche wie die Motoreninstandsetzung und der Turboladergroßhandel sind stabil“, ergänzte Bauer. Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil lobte den Firmenchef: „Sie sind stark, denken und handeln in Generationen – das macht den bayerischen Mittelstand aus.“ Hans-Georg Geist, Vorsitzender des Gewerbeverbandes, der zur Veranstaltung geladen hatte, schloss sich dem an: „Ihr Betrieb ist ein Paradebeispiel.“ In seiner Rede zum Thema „Rahmenbedingungen für den Mittelstand in turbulenten Zeiten“ machte Zeil anschließend deutlich, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft habe: Er sollte lediglich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen festlegen. „Eine Marktwirtschaft ohne Risiken geht nicht“, sagte Zeil. Über das Konjunkturpaket II sollte der Staat nicht nur in Bauprojekte und die Infrastruktur investieren, sondern auch junge Menschen fördern. „Sie sichern uns den Wissensvorsprung für die Zukunft. Denn die Welt bleibt nicht stehen – trotz der Krise.“ Den Vorwurf des Unternehmers Michael Schulze („Dr. Müller Diamant Metall AG“), dass viele Banken im Zuge der Finanzmarktkrise verstärkt „den Mittelstand dazu nötigen“ würden, mit dem privaten Vermögen zu haften, wies Zeil zurück: „Die persönliche Haftung ist nichts Neues. Sie ist kein Phänomen der Krise.“ Eine allgemeine Kreditklemme würde es nicht geben, stellte Zeil klar. Manche Banken würden sogar die gesenkten Zinsen der Europäischen Zentralbank an ihre Kunden weitergeben. Zeil hält nichts davon, Druck auf die Banken auszuüben. „Ich warne davor, zu sagen: ,Wir müssen die Banken zu Risiken zwingen.’“ Die Frage von Heidrun Brugger, stellvertretende Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer (IHK), ob durch die Wirtschaftskrise für das Exportland Bayern die Abnehmer im Ausland wegbrechen würden, verneinte Zeil: „Die Globalisierung wird weitergehen.“ Auch gebe es wachsende Märkte in der Umwelttechnologie. Deshalb müsste der bayerische Mittelstand jetzt in die Zukunft investieren, um für die Zeit nach der Krise bestens gerüstet zu sein. „Wie geht es weiter? Gehen wir Anfang 2010 von der Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit über?“, wollte Frank Dittmann, Vorsitzender des Unternehmerkreises Weilheim und Peißenberg, wissen. Der Wirtschaftsminister warnte zwar vor einer übermäßigen Euphorie: „Im Herbst und Frühjahr kommen Bewährungsproben auf uns zu.“ Allerdings wisse er von einigen bayerischen Unternehmen, die derzeit sogar neue Mitarbeiter einstellen würden. Im Anschluss nutzten die Unternehmer und Politiker bei einem kalten Buffet und Getränken die Möglichkeit für weitere Gespräche.

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