Wohnungsnot bekämpfen

Geschäftsführer Markus Kleinen stellt im Kreistag Projekte der Wohnbau GmbH vor

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Die Bauarbeiten am Lindenpark in Weilheim schreiten voran.

Region – Egal ob Single, Pärchen oder Familie mit Kindern – die Wohnungsnot in der Region betrifft alle.

Inwieweit die Wohnbau GmbH Weilheim i.OB in dieser Problematik helfen kann, erörterte Geschäftsführer Markus Kleinen mitunter in der letzten Sitzung des Kreistages. Kleinen fungiert seit dem 1. Januar als Geschäftsführer und gab dafür sein Mandat im Kreistag auf. Seine Entscheidung für die Stelle habe er „nicht einen Tag“ bereut. Es sei die perfekte Verbindung aus seiner beruflichen Laufbahn und seinem persönlichen Engagement.

Momentan verwaltet die Wohnbau 1 603 Wohnungen, 577 davon sind sozial gebunden. Im Juli letzten Jahres wurde der Aufsichtsrat, dem bis dahin Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfL) und Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger (Freie Liste Oberbayern) angehörten, aufgelöst. Die Aufgaben wurden an die Gesellschafterversammlung übertragen, was die Arbeit laut Kleinen etwas einfacher mache. Zudem wurde die Abteilung „Neubau“ eingeführt. Nun seien sie „sehr gut aufgestellt“, so der Geschäftsführer. Die Bilanzsumme der Wohnbau betrug zum 31. Dezember 2017 56,2 Mio. Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 52,9 Mio. Euro, das sei eine „ordentliche Summe“. Dafür seien vor allem die Neubauten verantwortlich. Der geringe Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 69 094 Euro (2016: 464 440 Euro) ergebe sich vor allem aus hohen Aufwendung für Personal, Neubauten sowie für Sanierungen und Modernisierungen. „Das wird sich wieder ändern“, so Kleinen. Die Miet-

einnahmen liegen 2017 bei 8,8 Mio. Euro und die durchschnittliche Miete bei 5,24 Euro pro m². Diese werde im nächsten Jahr moderat angehoben, bleibe aber weit unter dem Durchschnitt.

Für 2019 sind Mieteinnahmen in Höhe von 9,4 Mio. Euro vorgesehen. 2017 wurden außerdem 3,4 Mio. Euro in Modernisierung und Instandhaltung investiert, das sind etwa 45 Prozent der Mieteinnahmen.

Wohnprojekte

Bereits fertig gestellt sind die Neubauten in der Seeseitener Straße 10 und in der Hohenberger Straße in Seeshaupt. Noch im Bau befindet sich der Lindenpark in Weilheim. Dort wird es 36 geförderte, barrierefreie Wohnungen geben, zwei davon sind rollstuhlgerecht. Momentan wird mit Kosten in Höhe von 10,2 Mio. Euro gerechnet. Bezugsfertig sollen die Wohnungen in Haus eins und zwei im Januar 2019 und im Haus drei im Februar 2019 sein.

In der Gustavstraße in Penzberg entstehen gerade 23 geförderte Wohnungen, eine davon ist rollstuhlgerecht. Bei den geplanten Kosten in Höhe von 5,4 Mio. Euro werde es aber sicher nicht bleiben, sagte Kleinen. Unter anderem sorgte der Baugrund für massive Probleme. Fertigstellung und Bezug sind für Herbst 2019 vorgesehen. 42 geförderte Wohnungen, inklusive einer rollstuhlgerechten, sowie sieben frei finanzierte Reihenhäuser werden in der Adalbert-Stifter-Straße in Murnau gebaut. Der Bestand an Wohnungen beläuft sich auf 24. Auch hier werde es bei den geplanten Baukosten (11,1 Mio. Euro) nicht bleiben, da die benötigten Firmen oft nur sehr hohe Angebote abgeben würden, sagte Kleinen. Insgesamt entstehen so 108 neue Wohnungen. Während der Baumaßnahmen werden die Mieter in den schon bestehenden Wohnungen anderweitig untergebracht. Es werde niemand auf die Straße gesetzt, versicherte Kleinen.

Dass diese neuen Wohnungen allerdings bei weitem nicht ausreichen, um das Problem der Wohnungsnot in der Region zu lösen, ist Kleinen bewusst. Er appellierte an die Baugenossenschaften in den Orten wieder aktiv zu werden. Es sei auch Aufgabe der Bürgermeister, auf die Genossenschaften zuzugehen.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde kam die Frage auf, warum die Wohnbau nicht auch im westlichen Landkreis aktiv werden könnte. Laut Bürgermeister Loth sei dies nicht möglich. Der Landkreis halte viele Stimmanteile von Gemeinden, die aus dem ehemaligen Zweckverband ausgestiegen sind. Dieses Vermögen könne nicht übertragen werden. Interessierte Gemeinden müssten Kapital einlegen. Dieser Betrag würde sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen. „Das schaffen die einzelnen Kommunen einfach nicht“, sagte Loth. Georg Leis, Geschäftsleiter Haupt- und Personalamt beim Landratsamt, brachte eine andere Lösung ins Spiel. Es würde gerade überlegt, eine Kreiswohnungsgesellschaft, vergleichbar mit einem Modell aus dem Landkreis Ebersberg, zu gründen. 

Von Sofia Wiethaler

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