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70 Jahre Wohnbau Weilheim

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Römerstraße beim Bezug 1954. © Wohnbau Weilheim

Landkreis/Weilheim – Am 10. Februar 1949 wurde aufgrund der anhaltenden Wohnungsnot der „Zweckverband für sozialen Wohnungsbau im Landkreises Weilheim“ gegründet. Unter dem Vorsitz von Landrat Franz Josef Konrad riefen 18 Gemeinden den Zweckverband ins Leben.

Bis zur Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH 1965 entstanden 894 Wohnungen in sieben Gemeinden. Mit Gründung der GmbH schieden zahlreiche Gemeinden aus dem Zweckverband aus, deren Anteile der Landkreis übernahm. 70 Jahre nach der Gründung ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum wieder ein großes Thema. Die Situation mag nicht mit der Wohnungsnot der Nachkriegszeit zu vergleichen sein, aber ein eklatanter Wohnungsmangel – insbesondere bei Sozialwohnungen und für bezahlbaren Wohnraum – ist deutlich feststellbar, wie die Wohnbau Weilheim mitteilt. Gesellschafter der „Wohnbau GmbH Weilheim i.OB.“ sind heute sieben Gemeinden und der Landkreis Weilheim-Schongau: Die Stadt Weilheim (circa 700 Wohnungen, acht Wohnungen in Wielenbach), der Markt Peißenberg (circa 300 Wohnungen), die Stadt Penzberg (circa 400 Wohnungen), der Markt Murnau (circa 120 Wohnungen), die Gemeinde Seeshaupt (circa 74 Wohnungen, 16 Wohnungen in Iffeldorf), die Gemeinde Bernried (47 Wohnungen) und die Gemeinde Uffing (22 Wohnungen). Die ersten Häuser entstanden 1949 in der Steinlestraße und in der Seitzstraße in Weilheim, wo heute noch der größte Bestand der Wohnbau zu finden ist. Das Durchschnittsalter der Wohnungen beträgt derzeit 49 Jahre.

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Römerstraße 2019. © Wohnbau Weilheim

In all den Jahren ist viel passiert: Die Häuser werden regelmäßig renoviert, saniert und instandgesetzt, zum Teil auch ersetzt: So entstand kürzlich in der Lindenstraße in Weilheim der Neubau „Lindenpark“ mit 36 Wohnungen. Am 24. Januar fand hier die Schlüsselübergabe statt. Auch anderswo werden Neubauten vorangetrieben, wie in der Adalbert-Stifter-Straße in Murnau, wo 42 Wohnungen und sieben Reihenhäuser errichtet werden. Die Wohnungen sind, wie im Lindenpark, einkommensorientiert gefördert (EoF), sodass die Mieter einen staatlichen Zuschuss je nach Höhe ihres Einkommens erhalten. Voraussetzung ist ein Wohnberechtigungsschein des jeweiligen Landratsamtes, der bei Einzug vorgelegt werden muss. Wer in die neuen Wohnungen einziehen darf, schlägt die jeweilige Kommune, in diesem Fall das Wohnungsamt des Marktes Murnau, der Wohnbau vor.

Aber auch die Sanierung und Instandhaltung der alten Gebäude liegt der Wohnbau sehr am Herzen. So wurde in den letzten Jahren viel renoviert und saniert: Seit 2014 wurden 138 neue Etagenheizungen eingebaut und 28 neue Zentralheizungen, es wurden 16 Tiefgaragen saniert sowie die Treppenhäuser des gesamten Bestandes. Auch die Speicherdämmung und die Schließanlagen wurden komplett erneuert. An 15 Häusern wurden die Fassaden gestrichen. Derzeit wird die Elektrik in den Kellern erneuert und an vielen weiteren sanierungsbedürftigen Baustellen gearbeitet. So kann sich auch ein fast 70 Jahre altes Haus, wie das in der Römerstraße in Weilheim (erbaut 1954), sehen lassen: In den Jahren 2001 bis 2017 wurden in der Römerstraße zum Beispiel die Speicher gedämmt, die Dächer und Balkone saniert, Wärmedämmverbundsysteme eingebaut, Gasleitungen im Keller erneuert, die Hauseingänge renoviert, Fenster ausgetauscht, Telefonleitungen in den Gebäuden verlegt und die Fassaden gestrichen.

Neben dem Erhalt des Bestandes und dem Bau von neuem Wohnraum ist die Wohnbau mit ihren 25 Angestellten dabei, ein neues Verwaltungsgebäude zu planen. Anbieten würde sich ein unbebautes Grundstück in der Nähe der Römerstraße, welches bereits im Besitz der Wohnbau ist. Genaue Pläne gibt es aber noch nicht.

Aufgrund des aktuellen  Jubiläums hat sich die Wohnbau entschlossen, in den kommenden fünf Jahren jedes Jahr ein Mieterfest zu veranstalten: 2019 Weilheim; 2020 Penzberg; 2021 Peißenberg; 2022 Murnau; 2023 Seeshaupt/Bernried/Uffing. Zum 75-Jährigen soll es zudem eine große Feier geben. Mieter der Wohnbau erhalten bald ihre Einladung für das erste Fest in Weilheim am 14. Juni in der großen Hochlandhalle. Ziele sind: „Zusammenhalt der Mieter, Informationsaustausch und Freude am Wohnen bei der Wohnbau“, so Geschäftsführer Markus Kleinen und weiter: „Wir möchten etwas für unsere Leute tun. Ein Fest im Sommer erschien uns als gute Idee.“ Nicht nur Speisen und Getränke wird es geben, sondern auch einen Infostand, Musik und eine Hüpfburg für die jüngeren Wohnbau-Mieter. 

Von Kreisbote

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