Drängendste Wohnprobleme abfedern

Spatenstich für sozialverträgliches Wohnprojekt an der Adalbert-Stifter-Straße

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Offizieller Spatenstich an der Adalbert-Stifter-Straße; v.li.: Simon Kopf, Bauleiter, Blankenhagen und Cohrs Ingenieure; Bürgermeister Rolf Beuting, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Markus Kleinen, Wohnbau GmbH Weilheim und Architektin Annette Rill.

Murnau – „Das ist ein großer Tag für Murnau“, hieß es von Andrea Jochner-Weiß beim Spatenstich. Die Landrätin des Landkreises Weilheim-Schongau war in die Staffelseegemeinde gekommen, um beim Start eines der größten Wohnbauprojekte der vergangenen Jahrzehnte für Murnau dabei zu sein.

Jochner-Weiß ist Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Wohnbau GmbH Weilheim, die im nördlichen Murnauer Ortsteil Lindenthal Wohnungen und Reihenhäuser für Menschen mit schmalem Geldbeutel hochziehen wird. Die Wohnbau GmbH Weilheim besitzt im Linden-

thal bereits eine Reihe von Mietshäusern, den Großteil davon an der Adalbert-Stifter-Straße. Um dieses Quartier im Dreieck Adalbert-Stifter-Straße, Eichendorff-Straße und Lindenthalstraße geht es aktuell.

Die bestehenden fünf Häuser aus den 1950er Jahren werden in drei Bauabschnitten abgerissen und durch moderne Neubauten ersetzt. Das ist ein ehrgeiziger Plan, denn viele der vom Abriss betroffenen Wohnungen sind noch belegt. Dazu Wohnbau-Geschäftsführer Markus Kleinen: „Wir arbeiten parallel. Die Mieter werden während der Bauzeit in Bestandswohnungen unserer Gesellschaft ausweichen, und dann als erste in die neuen Häuser einziehen. Dieses Vorgehen ist mit ihnen einvernehmlich abgesprochen.“

„Es entstehen 42 sozialgeförderte Wohnungen und sieben Reihenhäuser. Die ersten Wohnungen sind Ende 2019 bezugsfertig, die Baumaßnahme wird Ende 2022 abgeschlossen sein“, erklärte Annette Rill vom Weilheimer Architekturbüro Rill & Lechner.

Laut Kleinen wird sich die Zahl der Wohnungen im Vergleich zum heutigen Bestand verdoppeln, die nutzbare Wohnfläche mit etwa 3 700 Quadratmetern sogar verdreifachen. Die Bandbreite umfasst Einzimmerwohnungen für Alleinstehende, Zwei- und Dreizimmerwohnungen sowie Reihenhäuser für Familien.

Alle Gebäude werden in Nordsüd-Richtung ausgelegt, um das Sonnenlicht optimal auszunutzen. Geheizt wird über eine für die Wohnanlage zentrale Pelletheizung. Für jede Wohnung steht ein Tiefgaragenplatz zur Verfügung. Dazu kommen oberirdische Stellplätze. Die Reihenhäuser bekommen PV-Anlagen für sogenannten Mieterstrom aufs Dach. Die Wohnbau Weilheim kalkuliert derzeit mit einem Betrag von 11,5 Millionen Euro Baukosten. Dieser ergibt sich aus Wohnbau-Eigenkapital von 1,5 Millionen Euro (darin ist ein zinsloses Darlehen der Marktgemeinde Murnau von 490 000 Euro enthalten), 2,5 Millionen aus Kapitalmarktdarlehen und 7,5 Millionen aus öffentlichen Darlehen und Zuschüssen. Das macht eine Kaltmiete zwischen fünf und acht Euro pro Quadratmeter möglich. „Für die Reihenhäuser gibt es keine staatliche Förderung, wir halten aber auch hier eine Miete unter zehn Euro pro Quadratmeter für machbar“, sagte Kleinen.

Die Wohnbau GmbH Weilheim tritt als Bauherr und Vermieter auf, vergeben werden die Wohnungen nach sozialen Gesichtspunkten von der Marktgemeinde Murnau.

„Neben diesem Wohnprojekt an der Adalbert-Stifter-Straße werden wir demnächst mit unserer kommunalen Maßnahme am Längenfeldweg anfangen. Und am James-Loeb-Haus gibt es ein genossenschaftliches Bauprojekt. Mit den dann mehr als 100 Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten können wir bis zum Ende der nächsten vier Jahre die drängendsten Wohnprobleme in Murnau etwas abfedern“, sagte Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting.

Von Günter Bitala

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