Neubau bietet Perspektive zum Wachsen

Xylem Analytics: Produktionsumzug nach Achalaich im November

Bauleiter Stefan Dunkel, Xylem-Geschäftsführer Ulrich Schwab und Xylem-Produktionsleiter Heino von Schuckmann in der neuen Produktionshalle.
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168 Meter lang und 56 Meter breit: Bauleiter Stefan Dunkel, Xylem-Geschäftsführer Ulrich Schwab und Xylem-Produktionsleiter Heino von Schuckmann in der neuen Produktionshalle.

Weilheim – Er ist fast 15 000 Quadratmeter groß, weit über 200 Meter lang und wird Platz für rund 400 Mitarbeiter plus Erweiterungsoption haben: Die Rede ist vom imposanten Neubau der Firma Xylem Analytics im interkommunalen Gewerbegebiet Achalaich zwischen Weilheim und Polling. Die Bauarbeiten liegen gut im Zeitplan. Anfang September sollen bereits die ersten Büroeinheiten bezogen werden.

Knapp ein Jahr ist es nun her, dass in Achalaich die Grundsteinlegung erfolgte. Schon lange Zeit davor war klar, dass der bisherige Xylem-Standort im Weilheimer Trifthof mit seinen zwölf Einzelgebäuden für das in einen US-amerikanischen Konzern eingebettete Unternehmen keine Perspektiven mehr bot. „Wir platzen drüben aus allen Nähten“, erklärte Xylem Weilheim Geschäftsführer Ulrich Schwab kürzlich bei einem Baustellenrundgang in Achalaich. „Drüben“ waren die ursprünglich in Wessobrunn von Dr. Karl Slevogt gegründeten Wissenschaftlich-Technischen-Werkstätten (WTW) ab 1954 beheimatet. Seit 2011 gehört die Firma, die Anlagen zur Wasseraufbereitung und analytischen Messtechnik herstellt, zu Xylem. Bereits 2014 begannen die Planungen für einen neuen Standort.

Die Grundstückssuche führte die Verantwortlichen bis in den Penzberger Raum. Doch mit der Erschließung des Gewerbegebiets Achalaich konnte das Problem lokal gelöst werden. „Rund 80 Prozent der Mitarbeiter kommen bei uns aus dem Umkreis von Weilheim“, betont Schwab. „Mit dem neuen Standort konnten wir alle Beschäftigten halten.“ Viele Mitarbeiter würden sich auf den Umzug freuen. Der Neubau sei schließlich ein „gutes Zeichen“, dass der Konzern in den Standort Weilheim investiert. Allein baulich sei ein Puffer von 2 000 Quadratmetern eingeplant. „Hier haben wir die Perspektive zum Wachsen“, erklärt Schwab.

In die Planung ihrer neuen Betriebsstätte in Achalaich hat die Firma Xylem, wie Geschäftsführer Ulrich Schwab berichtet, „viel Herzblut“ reingesteckt. Die logistischen Abläufe sind detailliert konzipiert, die Rohstoff-Anlieferung und die Produktabfertigung zum Beispiel in einem Einbahnstraßensystem geregelt. „Vorne kommt das Material rein und hinten wieder raus“, bringt es Heino von Schuckmann, der Leiter der Produktionstechnik, bildlich auf den Punkt.

Eine Hommage

Der Neubau gliedert sich in drei Gebäudeteile – nämlich den Bürotrakt, einen Querbau – unter anderem mit Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie der 168 Meter langen Produktionshalle. Die Komplexe wurden in Anlehnung an die heimischen Gebirgsketten auf die Namen „Karwendel“, „Wetterstein“ und „Ammergau“ getauft. Die Bezeichnungen der Besprechungsräume bieten wiederum eine Hommage an die umliegenden Seen und das Firmenbetätigungsfeld „Wasser“.

Apropos Besprechungen: Die finden derzeit auch bei Xylem im Zuge der Corona-Krise überwiegend online statt. Daran wird sich vermutlich auch nach der Pandemie nicht viel ändern. „Das wird die neue Normalität sein“, prognostiziert Schwab. Während Corona arbeiten aktuell rund 70 Prozent der Bürokräfte im Homeoffice. „Dauerhaft werden es sicher 20 Prozent sein“, so Schwab. Einen Teil der Besprechungsräume hat man bereits planerisch umfunktioniert. Nicht die einzige bauliche Anpassung infolge der Pandemie. So hat man zwischen den Arbeitsplätzen Plexiglastrennwände eingeplant und an der Lüftungsanlage nachgerüstet.

Natürlich hat der Xylem-Neubau auch kritische Stimmen hervorgerufen. Die Flächenversiegelung war dabei ein Argument. Doch Schwab sieht die Angelegenheit pragmatisch: „Es ist ein großes Gebäude, aber wir sind auch eine große Firma.“ Und: „Wir beschäftigen hier 400 Mitarbeiter und haben nun Platz für wesentlich mehr. Bevor der Konzern woanders investiert, dann doch lieber hier.“

Der Geschäftsführer verweist zudem auf die nachhaltigen Planungen. Unter anderem über die eigene PV-Anlage wird die Firma rund 60 Prozent ihres Energiebedarfs selbst abdecken können. „Das ist schon eine Hausnummer und gar kein Vergleich zum alten Standort“, erklärt Schwab. Xylem wird die neue Betriebsstätte übrigens von einem Investor mieten. Der Vorteil für Xylem: „Wir haben kein großes Capital-Investment“, so Schwab.

Nach den Büroabteilungen wird im November die gesamte Produktion vom Trifthof nach Achalaich verlagert. Schon jetzt wird fleißig auf Lager vorgefertigt, um den Produktionsausfall zu kompensieren. „Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden vom Umzug nichts merken“, kündigt Schwab an.

Zum Schluss des Baustellenrundgangs zeigte der Geschäftsführer der geladenen Presse übrigens noch „das Beste“ des Neubaus: Die luftige Dachterrasse mit Blickrichtung ins Karwendel-, Wetterstein- und Ammergaugebirge.

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