Zahlen, Fakten und Anekdoten

Er sei ein wahrer Methusalem der Schiedsrichter, lobte Dr. Sobotta den scheidenden Schiedsrichter Walter Ott. Für seine Arbeit verlieh Sobotta dem Altenstädter Feuerwehrkameraden das silberne Ehrenkreuz des Feuerwehrverbandes. Foto: Sommer

Gleich jedem Verein treffen sich auch die „Blaulichter“ zu Beginn des neuen Jahres um auf die vergangenen Monate zurückzuschauen. Bei der Frühjahrs-dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten in Schongau gab es diesmal aber auch einen Rückblick auf 40 Jahre Feuerwehren im Landkreis Weilheim-Schongau.

Als oberster Brandschützer hatte Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta die Kommandanten der 53 freiwillige Wehren und vier Werksfeuerwehren aus dem Landkreis eingeladen, dazu Vertreter der Polizei, des Roten Kreuzes und natürlich auch des THW. Fast 3200 aktive Floriansjünger inklusive der Jugend stehen zur Zeit im Alarmfall zwischen Penzberg und Burggen zur Verfügung, kommen zur Brandbekämpfung ebenso wie bei der technischen Hilfeleistungen zum Einsatz. Wobei es auch im vergangenen Jahr wieder genügend Alarme gab, die die Ehrenamtlichen forderten, vor allem viele kapitale Wohnhausbrände, wie der stellvertretende Schongauer Bürgermeister Paul Huber erinnerte. Diese hätten die Wehren stark gefordert und die Bevölkerung erheblich beunruhigt. Dass im vergangenen Jahr die Zahl wieder angestiegen ist, konnte auch Dr. Rüdiger Sobotta bestätigen, der nicht nur diese Zahlen parat hatte. Mehr als 1000 Mal mussten die Wehren zu einer technischen Hilfeleistung ausrücken, „nur“ 412 Mal zu einem Brand. Dabei hätten sich der „Bombenfund in Peißenberg ebenso ins Gedächtnis gegraben wie die Wohnhausbrände“. Dass die Arbeit der Wehren in vier Jahrzehnten nicht einfacher geworden ist, wobei die Helfer aber immer wieder vor ähnliche Aufgaben gestellt werden, das konnte Sobotta in seinem Vortrag über die Arbeit der Feuerwehren im gemeinsamen Landkreis Weilheim-Schongau zeigen. Im Spiegel der Jahresberichte hatte Sobotta Zahlen und Fakten zusammengetragen und auch die eine oder andere Anekdote gefunden, die im Alltag der Wehren für Abwechslung sorgt. So beschränkte sich Sobotta darauf, die Entwicklungen zu skizzieren, etwa weg vom Konzept der Trockentanklöschfahrzeuge oder Wechsel vom Rüst- zum Gerätewagen. Oder die Planungen und Vorgaben für die Haupt- und Stützpunktwehren sowie die Öl- und Wasserbekämpfung, die sich durch die Veränderung der Einsätze, aber auch durch bessere Ausrüstung beständig wandelt. Ein Aspekt dieser 40 Jahre beinhaltete auch die Jugendarbeit und die Aufteilung der Kreisbrandmeisterbezirke, die vor allem durch eine langfristige und durchdachte Planung schließlich in den heutigen fünf Bezirken resultierte. Daneben hatte Sobotta auch Erheiterndes zu berichten, etwa den Rettungs-einsatz für einen Neunjährigen, der beim Kauf eines Kondoms im Automaten stecken geblieben war. Oder die, im Vergleich zu heute gerade zu lächerlichen Beträge, die man für die Sanierung des Feuerwehrhauses oder die Neubeschaffung einer Drehleiter ausgegeben hatte. Abschließend würdigte Sobotta noch zwei verdiente Floriansjünger und verabschiedete den stellvertretenden Kommandant der Oderdinger Wehr, Bernhard Frühschütz. Ein wahrer Methusalem sei Walter Ott, beschrieb Sobotta ein weiteres verdientes Mitglied. Der Altenstädter war seit 1989 ununterbrochen als Schiedsrichter bei den Feuerwehrwettkämpfen tätig und schied nun aus Altersgründen aus. Für seine Arbeit verlieh der KBR Ott das silberne Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes. Gemeinsam mit Landrat Dr. Friedrich Zeller überreicht Sobotta schließlich auch die Ernennungsurkunde an Hubert Sterzer, der das Amt des Kreisbrandmeisters im Bezirk Ost von Peter Abt übernimmt.

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