Der Zenit ist erreicht – Bayme Oberland: Lage ist gut – Abkühlung in zweiter Jahreshälfte erwartet

Die Vorstandsmitglieder der bayme Oberland stellten ihren aktuellen Konjunkturbericht bei einem Pressegespräch in Weilheim vor (v. li.): Ludwig Bauer, Geschäftsführer der bayme vbm Geschäftsstelle München-Oberbayern, Kurt Meinl, Automotive Components Penzberg GmbH, Jürgen Müller, PARItec GmbH Starnberg, Josefine Steinmüller, Sitec Aerospace GmbH Bad Tölz, Dr. Markus Seiler, GEA Küba GmbH Baierbrunn, Dieter Faust, AOA GmbH Gauting. Nicht auf dem Bild ist Dr. Axel Deich, Aerotech GmbH & Co. KG Peißenberg. Foto: Gsöll

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KATHARINA GSÖLL; Weilheim – Die konjunkturelle Lage der Metall- und Elektroindustrie im Oberland ist gut. Der Zenit der konjunkturellen Dynamik ist aber erreicht. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm unter ihren Mitgliedsbetrieben in der Region. Dr. Markus Seiler, Vorstandsmitglied der bayme vbm Region Oberland: „Die M+E-Industrie im Oberland steht hervorragend da. Die Umfrage zeigt jedoch, dass der Schwung nachlassen wird. Spätestens im kommenden Jahr erwarten wir eine konjunkturelle Abkühlung.“ In der Umfrage bezeichnen 88 Prozent der Unternehmen die aktuelle Lage des Inlandsgeschäfts als gut, nur zwei Prozent sind unzufrieden. Das aktuelle Auslandsgeschäft wird von 73 Prozent der Firmen positiv bewertet, nur 0,3 Prozent kommen zu einem negativen Urteil. Die Erwartungen für das zweite Halbjahr sind skeptischer. Knapp 22 Prozent sind hinsichtlich des Inlandsgeschäfts optimistisch, gut sieben Prozent befürchten eine Eintrübung. Bezüglich des Exports hoffen 27 Prozent auf eine weitere Verbesserung, ein Prozent befürchtet eine Verschlechterung. Da bei den inländischen wie auch bei den ausländischen Geschäftserwartungen der Großteil der Firmen mit keiner wesentlichen Veränderung rechnet, geht Seiler für das zweite Halbjahr von einer Seitwärtsbewegung mit Abkühlungstendenzen aus. Die Produktions- und Investitionspläne der Firmen sind weiterhin expansiv ausgerichtet. 30 Prozent der Firmen rechnen mit einem höheren Output im zweiten Halbjahr, niemand befürchtet einen Rückgang. 46 Prozent planen, ihre Investitionen auszuweiten, weniger als ein Prozent müssen sie einschränken. Zwei Drittel wollen in den kommenden Monaten zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, einen Jobabbau befürchten weniger als zwei Prozent. „Angesichts der guten Entwicklung sowie der optimistischen Beschäftigungspläne erwarten wir im zweiten Halbjahr 350 neue Arbeitsplätze in der Region“, so Seiler. Diese zu besetzen gestaltet sich mittlerweile, vor allem in den Entwicklungsberufen, als sehr schwierig. Viele Firmen in der Branche lassen sich deshalb von Headhuntern unterstützen, um gut qualifizierte Fachkräfte zu finden. „Für mittelständische Betriebe wie unseren ist es nicht einfach, im Wettbewerb um die ,guten Köpfe’ mitzuhalten“, erklärte Jürgen Müller, Geschäftsleiter der PARItec GmbH Starnberg, denn viele Hochschul- absolventen ziehe es nach wie vor zu den großen Weltmarktkonzernen. In der Fertigung sei es noch etwas leichter, gut ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen. Alle am Pressegespräch teilnehmenden Firmenvertreter bestätigten, zum 1. September jeweils mehrere Auszubildende eingestellt zu haben. So soll der Fachkräftemangel in der Produktion verhindert oder zumindest eingegrenzt werden. „Die Verlangsamung der Weltkonjunktur, die schwierige Situation in den USA und die Unsicherheiten an den Finanz- märkten sind Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen können“, warnte Seiler. Die Umfrage zeige deutlich, dass die bayme-Firmen große Risiken und Schwierigkeiten in den Bereichen Energiepreise, Rohstoffpreise, Fachkräftemangel und Personalkosten sehen.

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