1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Zentrum für Alterstraumatologie der Krankenhäuser Weilheim und Schongau wurde zertifiziert

Erstellt:

Von: Stephanie Novy

Kommentare

Unfallchirurgie Zertifizierung für Krankenhäuser Weilheim und Schongau
Das Zentrum für Alterstraumatologie an den Krankenhäusern in Weilheim und Schongau wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert. Zurecht sind (v.li.) Chefarzt Akutgeriatrie Dr. Sebastian Mühle, Geschäftsführer Thomas Lippmann und Chefarzt Traumatologie Dr. Thomas Löffler stolz darauf. © Krankenhaus GmbH

Landkreis – „Es ist viel Arbeit so ein Zertifikat zu bekommen“, sagt der Chefarzt der Traumatologie Dr. Thomas Löffler. Letztlich hat es sich aber gelohnt. Im Dezember wurde das Zentrum für Alterstraumatologie der Krankenhaus GmbH von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert.

Das Wort „Qualitätsoffensive“ hat man schon des Öfteren aus dem Mund des Geschäftsführers der Krankenhaus GmbH Thomas Lippmann vernommen. „Wir wollen aber nicht nur darüber reden“, sagt er. Die Akutgeriatrie, die seit 2015 in Schongau und seit 2017 auch in Weilheim beheimatet ist, arbeitet deshalb eng mit anderen Fachrichtungen zusammen. Ältere Menschen, die sich zum Beispiel bei einem Sturz den Schenkelhalsknochen gebrochen haben, kommen zunächst in die Unfallchirurgie. Löffler und sein Team operieren solche „klassischen Altersfrakturen“ mit „standardisierten Operationstechniken“, wie der Chefarzt erklärt. Zeit sei hier ein entscheidender Faktor.

Danach übernimmt der Chefarzt der Akutgeriatrie Dr. Sebastian Mühle mit seinem Team die weitere Behandlung der Patienten. Wobei die beiden Fachdisziplinen weiterhin eng zusammenarbeiten. Gemeinsame Visiten und Teamsitzungen finden regelmäßig statt. Mühle gehe es bei der Behandlung darum, die Patienten „vom ersten Tag an wieder in den Stand und in Bewegung“ zu bekommen. Denn: Eine Woche bewegungslos im Bett zu liegen, könne gerade für ältere Menschen „dramatische Folgen“ haben. Der ohnehin schon altersbedingte geringere Muskelanteil würde weiter abnehmen, was dann wiederum die Sturzgefahr weiter erhöhe, weiß der Mediziner.

Bei ihrer Arbeit müssen Mühle und die anderen Mitarbeitenden zudem berücksichtigen, dass bei älteren Patienten oftmals eine „Multimorbidität“ vorläge, das heißt die Menschen haben mehrere Erkrankungen gleichzeitig, die sich im schlimmsten Falle „gegenseitig ungünstig beeinflussen“.

Deshalb arbeiten im Zentrum für Alterstraumatologie auch Experten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammen. Zum Beispiel Neuropsychologen, Ergo- und Physiotherapeuten oder auch Psychologen, denn Erkrankungen wie Depressionen oder Ängste seien häufig ein Thema bei den Patienten, erklärt Mühle.

All diese Anstrengungen wurden nun durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie durch die Zertifizierung anerkannt. „Das ist ein enormes Qualitätsmerkmal“, sagt Marlene Pausackl, Leiterin des Qualitätsmanagements der Krankenhaus GmbH. Dafür habe man vorab schriftlich die Arbeit belegen müssen, bei einer Begehung vor Ort seien die in den Dokumenten gemachten Angaben dann überprüft worden.

Die interdisziplinäre Arbeit sei das „wo die Medizin hingeht“, ist sich Geschäftsführer Lippmann sicher. Deshalb werde auch bei dem etwaigen Krankenhausneubau, die „Alterstraumatologie eine hohen Stellenwert“ haben.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare