Zukunftswege im Klosterland

ZUK-Projekt: Praktikable Landwirtschaft und Klimaschutz auf Moorgrünland

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Gasmessungen zeigen, wieviel Treibhausgase auf landwirtschaftlich genutztem Moorgrünland vermieden werden können: Dies erläuterte Prof. Dr. Matthias Drösler (Mitte) in Begleitung von Doktorantin Clarisse Brehier (2.v.re.) und ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger (re.).

Benediktbeuern/Region – Moore können wesentlich zum Klimaschutz beitragen, indem sie klimawirksame Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) im Boden zurückhalten. Doch ihre Wirkung hängt davon ab, wie diese Moorflächen bewirtschaftet werden.

Trockengelegte Moore setzen noch mehr Treibhausgase frei (Klimaerwärmung) und verlieren den Torf. Dagegen halten vernässte Moore, bei denen der Grundwasser-Pegel mindestens eine Handbreit unter der Mooroberfläche bleibt, die Treibhausgase zurück, informiert das in Benediktbeuern ansässige Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in einer Pressemitteilung.

Dies sind auch Ergebnisse der Forschergruppe um den Vegetationsökologen Professor Dr. Matthias Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der nun im Rahmen des Forschungsprogramms „Klimaschutz- und Anpassungspotenziale in Mooren Bayerns (KliMoBay)“ neue Projektplanungen in Zusammenarbeit mit dem ZUK vorstellte.

Auf extensiviertem Klosterland mit seinem Moorgrünland und Niedermoor lassen sich bisher jährlich knapp 17 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar durchschnittlich einsparen – auf der ganzen Fläche sind das laut ZUK über 2 000 Tonnen pro Jahr. Gemessen werden die Treibhausgase mit Hauben im Freiland. Angesichts dieser Erfahrungen geht es beim neuen Forschungsprojekt um wissenschaftliche Begleitung und Klärung, wie sich eine ausgewählte Klosterland-Fläche von sechs Hektar im Sinne des Klimaschutzes vernässen und gleichzeitig landwirtschaftlich praktikabel nutzen lässt. Dabei gilt es, einen guten Mittelweg zu finden.

Balthasar Haslinger, der seit 40 Jahren diese Fläche als Pächter bewirtschaftet, erläuterte praxisnah die Entwicklung seiner Landbewirtschaftung über die Jahrzehnte, zeigte Bedenken und Offenheit für das Vorhaben. Bereits bei der Planung ist er in das Projekt mit eingebunden. Das ZUK setzt sich seit vielen Jahren für eine naturnahe Bewirtschaftung von Klosterlandflächen ein.

ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger SDB fügte erklärend an: Diese Fläche soll nicht wie frühere andere Flächen wiedervernässt, sondern genau angeschaut werden, um in einer bäuerlich geprägten Landschaft für Klimaschutz, Artenvielfalt und Landwirtschaft gemeinsam einen guten Weg in die Zukunft zu finden.

Die neuen Untersuchungsergebnisse und Erfahrungen auf dieser landwirtschaftlich genutzten Fläche in Benediktbeuern sollen später Landwirten in ganz Bayern für eine klimagerechte Landbewirtschaftung zugute kommen, für die eigens Förderprogramme entwickelt werden sollen.

Von Kreisbote
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