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Zukunft der Werdenfelsbahn: Kundgebung in Murnau zum Tag der Schiene

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Von: Antonia Reindl

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Kundgebung Murnau Tag der Schiene
Die Strecke zwischen Murnau und Oberammergau, für Norbert Moy (am Mikrofon) von Pro Bahn Oberbayern „ein Trauerspiel in den letzten Jahren“. © Reindl

Murnau – Zahlreiche Veranstaltungen schmückten am vergangenen Samstag den bundesweiten Tag der Schiene, an dem „die gesamte Branche zeigt, was in ihr steckt“, das war zumindest auf der offiziellen Homepage zu lesen. Weniger die momentane Leistung als das Potenzial war dabei in Murnau Thema, wo der Bezirksverband Pro Bahn Oberbayern gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Werdenfelsbahn eine Kundgebung organisiert hatte, um ein Signal für die Zukunft der Werdenfelsbahn zu setzen.

Wo sonst als am Murnauer Bahnhof sollte eine solche Kundgebung stattfinden. Zwischen Ticketautomaten und Taxistellplätzen sammelten sich rund 50 Personen, die den Aufruf zur Kundgebung gefolgt waren. „Nicht den aktuellen Missstand“ wolle man beklagen, vielmehr „mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften in der Region ein Signal setzen und die Erwartungen an den Ausbau der Werdenfelsbahn mit konkreten Zielen und Terminen darstellen“; so hatte Norbert Moy, Vorsitzender von Pro Bahn Oberbayern, die Veranstaltung am Tag zuvor noch angekündigt. Umhin, die Missstände anzusprechen, kam man aber nicht.

Politische Kräfte, die Moy angekündigt hatte, kamen auch: Christian Scheuerer, parteiloser Bürgermeister von Ohlstadt und Sprecher der Landkreisbürgermeister, Petra Daisenberger, Sprecherin des Grünen-Ortsverbandes Murnau und Umgebung, Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), Landrat Garmisch-Partenkirchen Anton Speer (CSU), sein Stellvertreter Dr. Michael Rapp (CSU) sowie die Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler), Andreas Krahl (Grüne) und Harald Kühn (CSU).

„Froh gewesen, mal wieder einen Zug zu hören“, war da Scheuerer auf der Hinfahrt zur Kundgebung. Ein Verweis auf den Stillstand, der derzeit auf der Strecke zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen herrscht. Doch auch über die Gleise zwischen Murnau und Oberammergau rollt derzeit kein Zug. Diese Strecke bezeichnete Moy als „ein Trauerspiel in den letzten Jahren“, hinzu kam nun der „Totalausfall zur Passionsspielzeit“.

Der Pro Bahn-Vorsitzende forderte „zweigleisige Abschnitte, vor allem zwischen Murnau und Uffing“ und plädierte dafür, dass für mehr Züge, wie für 2030 anvisiert, auch mehr Unter- und Überführungen geschaffen werden.

„Wir brauchen eine Stärkung der Schiene“, forderte Daisenberger. Doch „die Verantwortlichen fühlen sich nicht verantwortlich und die Zuständigen sind nicht zuständig“. Was den Schienenersatzverkehr zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen anbelangt, so kritisierte die Ortsverbandssprecherin der Grünen: Dieser „verdient diesen Namen nicht“. Bürgermeister Beuting sah keinen „ausgegorenen Schienenersatzverkehr“ bei der Ammertalbahn, eine Bahnstrecke mit „ewigen Mängeln“. Nachdem Moy die Aktivierung von Haltestellen angesprochen hatte, nutzte Beuting noch die Gelegenheit, die Reaktivierung des Bahnhalts Hechendorf zu ergänzen.

Ein Pro für den Halbstundentakt äußerte Scheuerer nicht ausnahmslos: Ein Halbstundentakt, „da, wo’s geht“. Mit einem solchen bis Murnau und einem laufenden Bahnverkehr von Murnau nach Oberammergau sowie nach Garmisch-Partenkirchen wäre für Scheuerer bereits „ganz, ganz viel gewonnen“.

Unter den Landtagsabgeordneten Streibl, Kühn und Krahl sparte Letzterer am wenigsten an Kritik. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen „steht sinnbildlich für eine verkorkste Verkehrspolitik“, ohne deren sofortiges Ende Gedanken über Tourismus hinfällig werden würden, sagte Krahl. Zwar wünsche er sich „nichts sehnlicher als einen Halbstundentakt“. Zuvor aber müsse erst einmal Verlass auf Qualität sein. Nachdem man eine Milliarde in den Straßenverkehr investiert habe, dürfe man es „jetzt nicht gut sein lassen“.

Aus der Kundgebung nahm der stellvertretende Landrat Rapp abschließend mit, dass „man jetzt nicht weg geht und alles ist anders“. Doch es gebe einen gemeinsamen Konsens, man habe miteinander gesprochen.

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