Nur noch ein Krankenhaus?

Zusammenlegung der Krankenhäuser in Weilheim und Schongau noch unklar

Weilheimer Krankenhaus Nordseite
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Die Landrätin träumt von einem großen ländlichen Krankenhaus. Doch selbst, wenn es dazu kommen sollte, würde es noch viele Jahre bis zur Realisierung dauern.
  • Ursula Gallmetzer
    VonUrsula Gallmetzer
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Weilheim-Schongau – Eine kurze Anmerkung der Landrätin machte kürzlich bei einem Pressegespräch hellhörig. Könnte es im Landkreis bald nur noch ein Krankenhaus geben?

„Meine Vision ist ein ländliches großes Krankenhaus“, rutschte es Andrea Jochner-Weiß nebenbei heraus, als es um die Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis und die Zusammenarbeit mit dem Münchener Klinikum rechts der Isar ging. Bei der Fragerunde zum Schluss relativierte sie jedoch und sprach lediglich von einem Traum.

Doch wie realistisch ist dieser Traum? Auf Nachfrage des Kreisboten heißt es aus dem Landratsamt, man könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine seriösen Aussagen treffen. Dennoch sei es wichtig, sich bereits heute mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dies sei vor allem unter dem Aspekt wichtig, dauerhaft eine möglichst optimale Krankenhausversorgung in kommunaler Hand sicherstellen zu können – auch unter finanziellen Gesichtspunkten. Denn derzeit existieren viele Strukturen in Weilheim und Schongau doppelt und verursachen somit auch zweifache Kosten.

Tatsächlich wird bereits seit etwa zwei Jahren extern hinterfragt und beraten, wie es bei der Krankenhaus GmbH weitergeht. Dort gibt man sich jedoch verschwiegen. Geschäftsführer Thomas Lippmann möchte zum Thema keine weiteren Fragen beantworten.

In einem Gutachten soll neben der Zusammenarbeit mit der Münchener Klinik auch die Struktur der beiden Kliniken in Schongau und Weilheim untersucht werden. Sowohl aus dem Landratsamt als auch von der Krankenhaus GmbH gibt es derzeit keine Stellungnahme zum Stand der Dinge. „Das Gutachten wird nach derzeitiger Planung im Herbst 2021 im Kreistag vorgestellt“, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamtes. Bis dahin dürfen die Inhalte nicht an die Öffentlichkeit geraten, bestätigt auch Isa Berndt, die Pressesprecherin der Krankenhaus GmbH.

Sollte es in der Zukunft tatsächlich zu der Zusammenlegung der Krankenhäuser kommen, müssten zunächst Standortfaktoren wie Zentralität, Verkehrsanbindung und Raumangebot untersucht und verglichen werden, erklärt Klaus Mergel von der Pressestelle des Landratsamtes in einer E-Mail. Welcher Standort dafür infrage komme, sei momentan jedoch nicht zu beantworten.

Fest steht, dass ein derartiges Vorhaben nicht schnell umsetzbar wäre, sondern die Realisierung viele Jahre in Anspruch nehmen würde. Ob die Diskussion sich wirklich in Richtung eines Krankenhauses weiterentwickelt, ist momentan also völlig unklar. Bis die Ergebnisse des Gutachtens da sind und eine politische Auseinandersetzung zum Thema beginnen kann, bleibt es also bei einem persönlichen Wunsch der Landrätin, die aber auf jeden Fall eines möchte: eine optimale medizinische Versorgung für alle Landkreisbürger und -bürgerinnen.

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