Zwei neue Bestattungsmöglichkeiten auf Weilheimer Friedhof

Letzte Ruhe unterm Ahorn

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Unter diesem Ahorn ist Platz für 40 Urnengräber. Über die neuen Bestattungsmöglichkeiten informierten v.li. Roland Schwalb, Friedhofsreferent, Manuela König, Steinmetz Philipp Moessmer, Michael Schleich und Alfred Haupt. 

Weilheim – Wie man seine Liebsten und sich selbst im Todesfall bestattet haben möchte, ist eine ganz private Angelegenheit, die rechtzeitig geregelt werden sollte. Auf dem Weilheimer Friedhof werden jetzt neben Erdgrab, Urnenwand und anonymer Bestattung auch Baumbestattungen und Plätze in der neu angelegten Urnengruft angeboten.

In der Kreisstadt zeichnet sich – wie andernorts auch – ein deutlicher Trend von der konventionellen Erdbestattung hin zur Feuerbestattung ab. Das kann auch Philipp Moessmer bestätigen, der neben dem Friedhof seinen Steimetzbetrieb hat. Von insgesamt 250 bis 300 Bestattungen im Jahr werden inzwischen in Weilheim 80 Prozent in einer Urne beigesetzt, berichtete Friedhofsverwalter Alfred Haupt.

Immer mehr Menschen wollen ihre letzte Ruhe in einem sogenannten Friedwald finden. Aus verschiedenen Gründen, wie Haupt festgestellt hat: Ein Erdgrab braucht regelmäßige Pflege. Wohnt kein Angehöriger am Ort, der sich darum kümmert und fehlt das Geld, jemanden damit zu beauftragen, kommt als Alternative eine Baumbestattung ins Gespräch.

Auf dem städtischen Friedhof sind nun unter einem ausladenden Ahorn, der zur Zeit dichtes Laubwerk trägt, in kreisförmiger Anordnung 40 Urnenplätze zu vergeben. „Für Familien ist die Baumbestattung nicht geeignet, da es sich um Einzelgräber handelt“, klärte Standesbeamtin Manuela Koenig bei einem Rundgang auf dem Friedhof auf. „Wir vergeben die Plätze fortlaufend, damit keine Lücken entstehen“, so Koenig weiter. Eine Baumbestattung kostet 773 Euro. Die Urnengräber sind mit schlichten Platten abgedeckt, die mit persönlichen Daten des Verstorbenen versehen werden können. Eine Reservierung ist nicht möglich und das Aufstellen von Grabschmuck nicht gestattet.

Verblühter, nicht wegräumter Blumenschmuck und an der Urnenwand heruntergetropftes Kerzenwachs hatten für Unmut in der Bevölkerung gesorgt, das Thema hat auch schon den Stadtrat beschäftigt.

Ebenfalls neu geschaffen wurde auf dem Weilheimer Friedhof eine Gemeinschaftsanlage mit 50 Urnen. Für einen Urnengruftplatz berechnet die Stadt 909 Euro; auch hier ist für die Steine eine einheitliche Beschriftung vorgesehen.

Im Gegensatz zum konventionellen Erdgrab fallen bei den beiden neuen Bestattungsmöglichkeiten keine Folgekosten an, da keine Grabpflege nötig ist. Die Laufzeit ist bei allen Bestattungsarten auf 15 Jahre fest- gelegt.

Was geschieht eigentlich mit verwahrlosten Grabstätten, wie sie auf jedem Friedhof zu finden sind? „Wir schreiben die Angehörigen an und setzen ihnen eine Frist von sechs bis acht Wochen“, erklärte Michael Schleich vom städtischen Bauamt. Ist der Missstand bis dahin nicht behoben, wird das Grab auf Kosten der Angehörigen abgeräumt. 15 bis 20 Mal im Jahr komme dies vor, so Schleich.

Weilheims Friedhof umfasst einen kirchlichen (rund 2 500 Gräber) und einen städtischen Bereich mit zirka 4 000 Gräbern.

von Maria Hofstetter

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