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Zwei neue Kitas bis 2019

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Weilheim – Auch in der Kreisstadt treibt Eltern die Sorge um, ob und wann sie für ihren Nachwuchs einen Kitaplatz zugewiesen bekommen. 1384 Plätze (inklusive Hort und Mittagsbetreuung), davon 205 in Krippen und 790 in Kindergärten, standen im Kigajahr 2017/2018 in den Betreuungseinrichtungen zur Verfügung. Der Bedarf wächst, vor allem für die Ein- bis Dreijährigen in den Krippen, wie die rege Nachfrage der Eltern zeigt.

„Rund 60 Kinder haben in Weilheim keinen Betreuungsplatz“, stellte die CSU-Fraktion in ihrem Antrag zur letzten Stadtratssitzung fest und verwies auf den rechtlichen Anspruch der Eltern darauf. Gefragt wurde darin vor allem nach kurzfristig realisierbaren Lösungen für die fehlenden circa 20 Kindergarten- und circa 40 Krippenplätze.

„Wir sind immer wieder auf der Suche nach freien Plätzen“, bestätigte Hauptamtsleiterin Karin Groß den Engpass. „Viele Dinge sind am Laufen“, für „dringliche Fälle“ seien stets Lösungen gefunden worden. Dass die tatsächlichen Bedarfszahlen niedriger ausfallen, begründete die Hauptamtsleiterin mit der hohen Fluktuation und damit, dass wegen der Zuzüge nicht jeder Kitaplatz schon zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im September verfügbar sein muss.

– Im Hort „Franziskus“ an der Waisenhausstraße startet im September eine neue Gruppe für 20 Kindergartenkinder. Sie soll dauerhaft etabliert werden. Die Hortkinder werden stattdessen in der Hardtschule in der offenen Ganztagsschule betreut.

– Weil es noch „baurechtlichen Klärungsbedarf“ (Groß) gibt, muss die Erweiterung des städtischen Kinderhauses „Pffifikus“ an der Andreas-Schmidtner-Straße von 65 auf 105 Plätze (drei Kindergarten-, zwei Krippengruppen) zurückgestellt werden.

– Die Nachbargemeinde Wielenbach hat laut Groß signalisiert, ab Herbst zwei bis drei Kindergarten- sowie Krippenplätze für Weilheimer Kinder anzubieten.

– Die avisierte Kindertagesstätte auf dem „Krone Center“-Gelände an der Kanalstraße verzögert sich ebenfalls, da der Bauplan des Investors „noch nicht ausgereift“ ist: Die Pläne liegen auf Eis.

– Über die Realisierung einer weiteren Kindertagesstätte am „Dietmayr-Anger“ sei „noch nichts Konkretes bekannt“, erklärte die Hauptamtsleiterin.

Zwei neue Tagesstätten

– Auf dem Sonnenäckergrundstück neben der Hardtschule wird bis zum Herbst 2019 ein Kinderbetreuungszentrum für vier bis fünf Gruppen entstehen. Für den in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Kinderhaus am Sonnenfeld“ gelegenen Neubau ist im Herbst ein Architektenwettbewerb geplant. Überlegt wird ferner, ob in dieser neuen Kita Räume für die offene Ganztagsschule der Hardtschule untergebracht werden können. Bei weiterem Bedarf an Kitaplätzen, führte Groß aus, könnte das in Containern untergebrachte „Kinderhaus am Sonnenfeld“ in eine feste Tagesstätte umgewandelt werden.

Wo die Nutzer der Sonnenäcker künftig ihr Gemüse anbauen können? Im Stadtgebiet wird nach einer Fläche gesucht, berichtete Groß.

– Eine „Kita auf Zeit“ wird auf städtischem Grund an der Wessobrunner Straße bei den Hochlandhallen gebaut. In Modulbauweise für zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen errichtet soll das Gebäude bis zum Frühsommer 2019 bezugsfertig sein.

»Masterplan 2030«: Suche nach Fachplanungsbüro

Ein zweiter Antrag der CSU- Fraktion zielt darauf ab, ein „fachspezifisches Planungsbüro“ mit der Erstellung eines „Masterplanes Kinderbetreuung 2030“ zu beauftragen, da sich die Situation „in keinster Weise entspannen“ werde und die Kinderbetreuung eine wichtige Pflichtaufgabe der Kommune sei. „Wir brauchen einen Grundsatzbeschluss“, forderte Marion Lunz-Schmieder, Referentin für Familie und Soziales, mit Blick auf die wachsende Kinderzahl. In dem von Lunz-Schmieder und Angelika Flock, dritte Bürgermeisterin und Referentin für Kindertagesstätten, unterschriebenen Antrag wird auf neue Wohnbaugebiete, wie im Süden, an Gögerl und Hardtfeld, verwiesen und auf den zu erwartenden Zuzug. Eine langfristigere flächendeckende Planung sei nötig mit „klarer Zeit- und Kostenschiene“. Das Fachbüro sollte die Auswirkungen auf Schulen vor Ort, für die die Stadt Sachaufwandsträger ist, einbeziehen, so die CSU.

Hauptamtsleiterin Groß berichtete, dass die Verwaltung ihre Fühler nach geeigneten Büros ausstrecke. „Sobald wir ein bis drei Büros an der Hand haben“, werde der Stadtrat davon in Kenntnis gesetzt, damit bei den Haushaltsberatungen im Herbst Mittel eingestellt werden können. Der Masterplan stieß nicht überall auf Zustimmung. FW-Sprecher Walter Weber fand ihn „überdimensioniert“, auch BfW-Kollege Dr. Claus Reindl hielt nicht allzu viel davon und Alfred Honisch (Grüne) wollte wissen: Was soll der Masterplan am Schluss für uns leisten?“ Letztlich befürwortete ihn das Gremium mehrheitlich – vier Räte von FW, Grünen, BfW stimmten dagegen.

Von Maria Hofstetter

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