Zwei Standorte bietet Oberhausen der Telekom zum Mobilfunkausbau

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Hans Ulrich präsentierte in der Bürgerversammlung die Ergebnisse seiner Standortanalyse für den Bau von Mobilfunkmasten.

Oberhausen – Das Mobilfunknetz in Oberhausen ist laut Bürgermeister Thomas Feistl „so schlecht, dass man stellenweise nicht telefonieren kann“. Die Telekom will das ändern und zwei Mobilfunkmasten aufstellen lassen. Dafür wird die Dorfgemeinde dem Konzern nun zwei konkrete Standorte anbieten.

In seiner Sitzung hat der Gemeinderat sich einhellig darauf verständigt, dass die Funkmasten nördlich des Sportplatzes und am Bauhof in Untermaxlried platziert werden sollen. Für das Gremium war es eine logische Entscheidung. Vom Münchener Ingenieurbüro „funktechanalyse“ waren insgesamt sechs Standorte untersucht worden. Die beiden zuvor genannten Varianten ergeben Strahlenbelastungen deutlich unter den Grenz-

werten, gewährleisten aber dennoch eine lückenlose Netzabdeckung. Zur Auswahl standen auch Standorte südlich des Sportplatzes, auf dem Dach des „Stroblwirts“ (im Vergleich zum Standort nördlich des Sportplatzes 65 Prozent mehr Strahlenbelastung), auf dem Kreuzbichl in Berg und in der Nähe des Wasserbehälters. Für die Gemeinde, betonte Feistl bei einer eigens zum Thema einberufenen Bürgerversammlung, ging es nicht mehr um das „Ob“ von Mobilfunkmasten, sondern nur noch um das „Wie“. Würde die Gemeinde keine Vorzugsflächen anbieten, würde sich die Telekom mit großer Wahrscheinlichkeit an private Grundeigentümer wenden. „Die Gemeinde redet dann bei der Standortwahl nicht mehr mit“, erklärte „funktechanalyse“-Chef Hans Ulrich in der Versammlung: „Häufig wird dann ein auswärtiger Eigentümer gefunden, der Standorte vermietet und den Ärger der Nachbarn aushält. Das ist schon in vielen Orten so passiert.“

Ulrichs Job war es, für die Gemeinde im Rahmen der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten möglichst schonende Standorte mit einer Minimierung der Strahlenbelastung zu filtern. Die beiden auserkorenen Standorte werden auch von der Telekom akzeptiert, den nördlich des Sportplatzes hat der Konzern als Kompromisslösung „gerade noch“ durchgehen lassen, wie Ulrich berichtete. Der Sendemast am Sportplatz soll 40 Meter hoch gebaut werden, der am Bauhof rund 30 Meter. Die Höhe der Anlagen, erklärte der Experte, sorge dafür, dass die Strahlenbelastung im Umfeld des Mastens wesentlich geringer ausfalle. Der Abstand zur Sendeanlage sei dafür kein Maß.

Die Bürgerversammlung, in der es eigentlich nur um die Standortauswahl gehen sollte, geriet zur generellen Diskussion um Strahlenbelastungen durch Mobilfunk. Eine Besucherin sprach von einem „Angriff auf die Bevölkerung“ und konstatierte, dass es keine „Unbedenklichkeitsstrahlung“ geben würde. Ulrich bestätigte, dass ihm keine belastbare Studie bekannt sei, die das Gegenteil behaupten würde. „Zur Strahlenbelastung gäbe es viel zu sagen“, erklärte er: „Von mir werden Sie keine Unterschrift bekommen, dass das Ganze gesund ist.“ Doch die Debatte müsse auf Bundesebene geführt werden. Es sei „unfair“ die Problematik auf die Gemeinden „runterzubrechen“.

Von Bernhard Jepsen

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