Zweifel und Solidarität – In Marnbach Pläne zum Hochwasserschutz am Angerbach diskutiert

Der Hochwasserschutz sorgt für Zündstoff in der Diskussion. Foto: Stangl

Kontroverse Meinungen und einige Zweifel und Ängste mischten sich am vergangenen Dienstagabend in die Diskussion um den Hochwasserschutz für Weilheim, Marnbach, Deutenhausen und Eberfing.

Bürgermeister Markus Loth und die Planungsfirma Steinbacher Consult, die mit den Untersuchungen zur Hochwasserprävention betraut ist, infor- mierten im Gemeindehaus über das Vorhaben. Um die Situation bei Hochwasser in Weilheim und Eberfing zu entschärfen, schlägt die Augsburger Planungsfirma den Bau von Wasserrückhaltebecken am Rammseer Bach, in Marnbach und Weilheim vor. Auch soll das vorhandene unterirdische Kanalsystem in der Stadt saniert werden, um es als Ableitung bei Hochwasser zu nutzen. Eine weitere Maßnahme könnte der Gewässerausbau in Eberfing und Weilheim sein. Vorhandene Brücken und Wasserableitungen sollen durch Schutzmauern und Deiche verstärkt werden. Angedacht sind in erster Linie Begehungen und Messungen der betroffenen Böden, um vorhandene Daten zu prüfen und neue zu sammeln. Nach der Planung im nächsten Jahr könnte das Vorhaben zum Hochwasserschutz im Dezember 2011 in die Genehmigungsphase gehen. Wie ein Vertreter der Firma betonte, geschehen diese Schritte stets mit Bürgerbeteiligung, zu der er gezielt aufrief. Die Einwohner Weilheims und Eberfings und vor allem die betroffenen Anwohner sind aufgefordert, unter reger Beteiligung den Hochwasserschutz für ihre Gemeinden mitzugestalten. Hierfür werden in loser Folge immer wieder Bürgerversammlungen stattfinden. Nach dem informativen Teil regte sich im Publikum deutlicher Widerstand. Anwohner der geplanten Becken äußerten ihre Befürchtungen angesichts des Grundwasserstands. Die Planungsfirma betonte, dass hierfür die geplanten Messungen elementar seien, um etwaige Grundwasserstandsveränderungen abschätzen zu können. Ein Aufreger könnte auch die Haftung im Schadensfall, wenn sich ein Becken als nicht sicher erweist, sein. Eine Anwohnerin beklagte, dass sie angesichts der Wassermassen in den Becken Angst um ihr Haus habe und nannte das Vorhaben „unverantwortlich“. Loth erklärte, dass Lösungen gesucht werden, die „wasserdicht“ seien und aus Kompromissen zwischen Stadt und Bürgern entstehen. Er forderte Solidarität zwischen Marnbach und Deutenhausen, Eberfing und der Stadt Weilheim, um den zwingend erforderlichen Hochwasserschutz realisieren zu können.

Auch interessant

Meistgelesen

"Der Tiger" ist wieder zu Hause
"Der Tiger" ist wieder zu Hause
Tenne steht in Flammen
Tenne steht in Flammen
Notlandung im Getreidefeld
Notlandung im Getreidefeld
Bauland wird immer teurer
Bauland wird immer teurer

Kommentare