Stechen ist wieder erlaubt

Zweiter Lockdown wäre für Tattoo-Studios "richtig krass"

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Auch wenn so manche Auflage in Kauf genommen werden muss, der echte Tattoo-Fan lässt sich davon nicht abhalten, um zu seinem Kunstwerk auf der Haut zu kommen.

Weilheim – Auch an dieser Branche ist der Corona-bedingte Lockdown nicht spurlos vorübergegangen: Tattoo- Studios! Denn von März bis Mitte Mai mussten auch sie schließen, die Wiederaufnahme des Geschäfts unterliegt hohen Anforderungen und stellt die Besitzer vor vielerlei Probleme.

Der Kreisbote sprach mit Veronika Pischetsrieder vom Tattoo-Studio „Nadeltrieb“ in der Oberen Stadt. „Freitag haben wir erfahren, dass wir wieder aufmachen dürfen und am Montag war offen“, erzählt sie von der turbulenten Zeit Mitte Mai, als innerhalb weniger Tage alles organisiert werden musste, um so schnell wie möglich wieder eröffnen zu können. Ähnlich wie Friseure und Kosmetiker durften auch die Tätowierer am 11. Mai ihre Pforten öffnen – mit allen Auflagen, die einzuhalten waren. Vorher war bei „Nadeltrieb“ Stillstand. Chefin Vrony, ihre Mutter Marina, die das Studio – ursprünglich in Tutzing – gründete und nach der Übergabe an ihre Tochter immer noch mitarbeitet, sowie die selbständige Luzi mussten zuhause bleiben; mit unbezahltem Urlaub und viel Verständnis sowie Soforthilfe für die Mietkosten kam man so über die Runden. Verständnisvoll zeigten sich auch die vielen Kunden, die nun mit Wartezeiten bis zu einem halben Jahr rechnen müssen. „Für mich war das schon hart“, erzählt Vrony, die schon als Kleinkind mit der Mama im Tattoo-Studio war und diesen Beruf mit Leib und Seele macht.

Mittlerweile läuft alles wieder, wenn auch mit Hindernissen. Der übliche „Walk-in“ zum Besprechen des Tattoos kann in dieser Form nicht mehr angeboten werden, stattdessen werden alle Abstimmungen per Mail gemacht. Im Studio herrscht leichte OP-Atmosphäre: Der Boden im Arbeitsbereich abgeklebt, Folie über dem Stuhl, Tätowierer und Kunde tragen Mund-Nasen-Bedeckung, Handschuhe für den Künstler sind Pflicht. Die Kunden müssen sich die Hände desinfizieren und bekommen keine Getränke wie früher. „Aber wenigstens läuft’s wieder“, freut sich die Chefin. Einen zweiten Lockdown möchte sie keinesfalls mitmachen: „Sowohl finanziell als auch wegen der sich dann wieder stauenden Termine wäre das richtig krass!“
Von Bianca Heigl
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