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Apple will den Computer am Handgelenk etablieren

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Cupertino (dpa) - Mit der Apple Watch will der iPhone-Konzern einen Computer am Handgelenk im Alltag der Menschen etablieren. Konkurrenten gelang das noch nicht. Auch beim digitalen Bezahlen will Apple dort erfolgreich sein, wo andere noch keinen Massenmarkt erreichen.

Apple zündete ein Neuheiten-Feuerwerk: Konzernchef Tim Cook stellte eine Computeruhr und neue größere iPhones vor. Foto: Monica Davey
1 / 16Apple zündete ein Neuheiten-Feuerwerk: Konzernchef Tim Cook stellte eine Computeruhr und neue größere iPhones vor. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Zudem soll ein iPhone-Bezahldienst die Brieftasche ersetzen. Foto: Monica Davey
2 / 16Zudem soll ein iPhone-Bezahldienst die Brieftasche ersetzen. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Die wichtigste Neuheit des Abends war aber die Apple Watch. Foto: Christoph Dernbach
3 / 16Die wichtigste Neuheit des Abends war aber die Apple Watch. Foto: Christoph Dernbach © Christoph Dernbach
Die Apple Watch soll verschiedene Smartphone-Funktionen übernehmen. Sie soll beispielsweise das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Foto: Monica Davey
4 / 16Die Apple Watch soll verschiedene Smartphone-Funktionen übernehmen. Sie soll beispielsweise das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Nutzer können mit der Computeruhr auch Anrufe starten und beantworten, Kurznachrichten diktieren und die Musik-Wiedergabe steuern. Foto: Christoph Dernbach
5 / 16Nutzer können mit der Computeruhr auch Anrufe starten und beantworten, Kurznachrichten diktieren und die Musik-Wiedergabe steuern. Foto: Christoph Dernbach © Christoph Dernbach
Wegen des kleinen Displays hat Apple eine komplett neue Bedienung entwickelt. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. Foto: Christoph Dernbach
6 / 16Wegen des kleinen Displays hat Apple eine komplett neue Bedienung entwickelt. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. Foto: Christoph Dernbach © Christoph Dernbach
Die Steuerung läuft zum Teil über den Drehknopf an der Seite. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des Home-Buttons. Foto: Christoph Dernbach
7 / 16Die Steuerung läuft zum Teil über den Drehknopf an der Seite. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des Home-Buttons. Foto: Christoph Dernbach © Christoph Dernbach
Die Uhr soll es in zwei Größen und in drei verschiedenen Ausführungen geben. Foto: Monica Davey
8 / 16Die Uhr soll es in zwei Größen und in drei verschiedenen Ausführungen geben. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Die Uhr braucht für die meisten Funktionen die Verbindung zu einem iPhone. Sie funktioniert mit Apple-Handys ab dem zwei Jahre alten Modell iPhone 5. Foto: Apple Inc
9 / 16Die Uhr braucht für die meisten Funktionen die Verbindung zu einem iPhone. Sie funktioniert mit Apple-Handys ab dem zwei Jahre alten Modell iPhone 5. Foto: Apple Inc © Apple Inc / Handout
Zur Batterielaufzeit machte Apple keine konkreten Angaben. Foto: Monica Davey
10 / 16Zur Batterielaufzeit machte Apple keine konkreten Angaben. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Die Uhr wird Anfang 2015 ab 349 Dollar verfügbar sein. Foto: Monica Davey
11 / 16Die Uhr wird Anfang 2015 ab 349 Dollar verfügbar sein. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Apple präsentierte wie erwartet auch zwei größere iPhone-Modelle. Sie heißen iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Foto: Christoph Dernbach
12 / 16Apple präsentierte wie erwartet auch zwei größere iPhone-Modelle. Sie heißen iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Foto: Christoph Dernbach © Christoph Dernbach
Die neuen iPhones sind größer als ihre Vorgänger. Sie haben Display-Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll (knapp 12 und knapp 14 cm). Foto: Monica Davey
13 / 16Die neuen iPhones sind größer als ihre Vorgänger. Sie haben Display-Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll (knapp 12 und knapp 14 cm). Foto: Monica Davey © Monica Davey
Die neuen iPhones kommen am 19. September auf den Markt. Foto: Monica Davey
14 / 16Die neuen iPhones kommen am 19. September auf den Markt. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Tim Cook präsentierte zudem eine digitale Geldbörse im neuen iPhone 6. Sie ist als Alternative zu Bankkarten und Bargeld gedacht. Foto: Monica Davey
15 / 16Tim Cook präsentierte zudem eine digitale Geldbörse im neuen iPhone 6. Sie ist als Alternative zu Bankkarten und Bargeld gedacht. Foto: Monica Davey © Monica Davey
Mit Apple Pay soll es reichen, das Telefon an das Lesegerät an der Kasse zu halten und die Zahlung per Fingerabdruck auf dem iPhone-Sensor zu bestätigen. Foto: Monica Davey
16 / 16Mit Apple Pay soll es reichen, das Telefon an das Lesegerät an der Kasse zu halten und die Zahlung per Fingerabdruck auf dem iPhone-Sensor zu bestätigen. Foto: Monica Davey © Monica Davey

Gut vier Jahre nach der Vorstellung des iPads will Apple erneut eine Branche umkrempeln. Mit der Apple Watch präsentierte Konzernchef Tim Cook nicht nur eine «smarte Uhr», sondern machte klar, dass er das ambitionierte Ziel verfolgt, den Computer sinnvoll auf das Handgelenk zu bringen.

Cook griff dabei auf eine bewährte Masche von Apple-Gründer Steve Jobs zurück: Der hob sich die spannendste Ankündigung einer Präsentation oft für den Schluss auf. «One more thing», eine Sache noch, hieß es dann. Fast drei Jahre nach Jobs' Tod ließ Cook diese Tradition für den Sprung ins Geschäft mit Computeruhren aufleben.

In einer Mail an seine Mitarbeiter sprach Cook nach der Präsentation von einem «neuen Kapitel» in der Geschichte von Apple. Ob der 9. September 2014 tatsächlich in eine Reihe mit dem Start des ersten iPhones 2007 oder der Präsentation des ersten iPads 2010 gestellt werden kann, wird sich noch erweisen. Immerhin wird Cook sich dank der Apple Watch nicht mehr ständig fragen lassen müssen, wann der Konzern sich mal wieder in eine neue Produktkategorie wagt.

Computeruhren gibt es inzwischen viele auf dem Markt. Samsung preschte schon vor einem Jahr mit seiner ersten Smartwatch vor. Auf der IFA in Berlin zeigten die Südkoreaner nun schon die erste Version mit eingebautem Mobilfunk-Chip. Zudem gab es neue Modelle von LG, Sony, Motorola. Auf den ersten Blick bieten sie ähnliche Funktionen wie sie Apple verspricht: Telefonieren, Nachrichten diktieren, Fitness-Daten sammeln.

Der iPhone-Konzern will aber nach jahrelanger Entwicklungsarbeit mit einer durchdachten Bedienung und Liebe zum Detail punkten. Dabei wurden auch renommierte Designer klassischer Uhren zu Rate gezogen. Sie kamen zusammen mit Apples Designchef Jony Ive auf die verblüffend einfache Idee, die Krone der Uhr zu einem zentralen Bedienelement zu machen. Der Bildschirm ist aber ebenfalls berührungsempfindlich und reagiert auf Tipp- und Streichbewegungen der Finger. Mit der neuartigen Bedienoberfläche wird klar: Das ist kein geschrumpftes iPhone, sondern ein ganz eigenständiges Gerät. Es geht auch um Funktionen, für die man kein Smartphone nehmen würde.

Zum Marktstart im kommenden Jahr wird sich auch zeigen, wie gut es Apple und den Entwicklern von Apps gelingen wird, die Uhr zu einem sehr persönlichen Gerät zu machen. Die Demo eines Austauschs von Emoticons oder der Übertragung des Herzschlags von einer Watch zur anderen lässt einige innovative Anwendungen erwarten. Zu den deutschen Partnern für die Apple Watch gehört BMW. Die Münchner übertragen wichtige Daten aus dem Auto ans Handgelenk oder zeigen dem Apple-Watch-Besitzer, wo er seinen Wagen geparkt hat.

Dabei wurde aber auch schnell deutlich, dass die Apple-Techniker noch einige Hausaufgaben erledigen müssen. So machten Apple-Manager Kevin Lynch und seine Mitarbeiter keine Angaben zur Batterielaufzeit. Immerhin hieß es an einer Stelle, die Uhr könne über Nacht aufgeladen werden. Das heißt: Der Akku dürfte über den Tag halten - aber auch nicht viel länger?

Wirtschaftlich noch wichtiger als die Apple Watch könnte sich das digitale Bezahlsystem Apple Pay erweisen, das im Oktober zunächst in den USA eingeführt werden wird. Apple verspricht, das Bezahlen mit dem iPhone - und auch der Uhr - werde schneller, sicherer und bequemer sein als mit Bargeld oder einer herkömmlichen Kreditkarte. Und wie beim Bargeld würden bei Apple Pay keine Kundendaten übertragen, sondern nur eine anonymisierte Autorisierungsnummer. Für Kunden und Händler sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Über die Geschäftsbeziehung zwischen Apple und den Kreditkartenfirmen hüllen sich die Beteiligten in Schweigen.

Zumindest in den USA hat Apple Pay das Potenzial, einen ähnlichen Effekt wie beim iPad zu erzeugen. Vor dem Apple-Tablet hatten Microsoft und andere jahrelang versucht, die Geräteklasse am Markt zu etablieren. Doch erst mit dem iPad gelang der Durchbruch. Da lassen sich die Apple-Manager auch nicht sonderlich davon beeindrucken, dass verschiedenste Versuche bislang gescheitert sind, digitale Geldbörsen auf der technischen Basis der Nahfunks NFC populär zu machen.

Die Börsianer zeigten sich noch nicht überzeugt. Als zunächst die neuen großen iPhones gezeigt wurden, stieg der Kurs. Nach den ersten Eindrücken von der Uhr ging die Aktie auf Talfahrt und schloss am Ende des Tages leicht im Minus.

Apple zu Computeruhr (eng.)

Apple zum iPhone 6 (eng.)

Apple zum iPhone-Bezahlsystem (eng.)

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