Internationale Raumstation

Angesichts der Coronavirus-Pandemie ist die ISS „einer der sichersten Orte“

Die Internationale Raumstation ISS ist derzeit „einer der sichersten Orte“, sagt Experte Luis Zea. Schließlich gibt es das Coronavirus Sars-CoV-2 dort nicht - und Sicherheitsvorkehrungen verhindern auch, dass es von Astronauten oder Fracht eingeschleppt wird. (Archivbild)
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Die Internationale Raumstation ISS ist derzeit „einer der sichersten Orte“, sagt Experte Luis Zea. Schließlich gibt es das Coronavirus Sars-CoV-2 dort nicht - und Sicherheitsvorkehrungen verhindern auch, dass es von Astronauten oder Fracht eingeschleppt wird. (Archivbild)

Die Internationale Raumstation ISS ist garantiert frei vom Coronavirus Sars-CoV-2. Wie das bewerkstelligt wurde und welche Maßnahmen nun gelten.

  • Während auf der Erde das Coronavirus Sars-CoV-2 kursiert, ist die ISS bisher verschont geblieben
  • Experte: „Die ISS ist derzeit einer der sichersten Orte“
  • Was getan wird, um das Coronavirus von der Internationalen Raumstation fernzuhalten

Das Coronavirus Sars-CoV-2* sorgt in vielen Nationen auf der Erde für einen Ausnahmezustand. Derzeit gibt es wohl nur einen von Menschen bewohnten Ort, der garantiert frei vom Coronavirus Sars-CoV-2 ist: Die Internationale Raumstation ISS. „Ich würde sagen, die ISS ist derzeit einer der sichersten Orte“, erklärt Luis Zea, der am Forschungszentrum BioServe Space Technologies der University of Colorado forscht, gegenüber der „Newsweek“.

Coronavirus Sars-CoV-2 von der ISS fernhalten: Diese Maßnahmen gibt es

Doch wie gelingt es, die ISS auch in Zukunft frei vom Coronavirus zu halten? Die Pandemie* ist auf der Erde in vollem Gange - trotzdem sollen bereits am 9. April 2020 wieder Astronauten zur Internationalen Raumstation aufbrechen.

Es ist nicht auszudenken, wie die Situation an Bord der ISS sich entwickeln könnte, wäre einer der Astronauten mit Sars-CoV-2 infiziert: Die Astronauten leben und arbeiten auf engem Raum zusammen, außerdem wird das Immunsystem von der Schwerelosigkeit beeinträchtigt - es herrschen also theoretisch beste Bedingungen für das Coronavirus auf der ISS. Medizinische Hilfe an Bord ist außerdem nur eingeschränkt möglich - im Notfall müssten die Astronauten erst die strapaziöse Rückreise zur Erde bewältigen.

ISS: Bereits vor der Coronavirus-Pandemie gab es strenge Sicherheitsvorkehrungen

Das gilt jedoch nicht nur für das Coronavirus Sars-CoV-2, sondern auch für jede andere Krankheit von Astronauten auf der ISS. Um dem vorzubeugen, galten bereits vor dem Ausbruch des neuen Virus strenge Sicherheitsvorkehrungen: Die Astronauten gehen vor dem Start zur ISS für zwei Wochen in Quarantäne. Dort werden die Astronauten auf Krankheiten getestet und überwacht, ob sie Krankheitssymptome zeigen (mehr zu den Symptomen des Coronavirus Sars-CoV-2 und der Lungenkrankheit Covid-19*). „Das ist ein guter Filter“, so Zea.

Die Quarantäne stelle sicher, dass die Astronauten nicht krank sind und keine Krankheiten „ausbrüten“, so eine Sprecherin der US-Raumfahrtorganisation Nasa. Dieser Vorgang namens „health stabilization“ (Gesundheitsstabilisierung) sei ein „wichtiger Teil, die Gesundheit der Crew zu schützen“.

Astronauten gehen vor dem Start zur ISS in Quarantäne - nicht nur wegen des Coronavirus

Nicht nur die Astronauten werden vor ihrem Start zur ISS genau durchgecheckt: Fracht für die Raumstation wird vor dem Start gereinigt, in der Regel jedoch nicht sterilisiert. Doch das ist kein Problem: Das Coronavirus kann nur für begrenzte Zeit auf Oberflächen überleben - bis die Fracht auf der ISS angekommen ist, wäre das Virus auf den Oberflächen längst abgestorben.

Sollte es an Bord der Internationalen Raumstation doch zu einem Notfall - einem Coronavirus-Ausbruch oder auch einem anderen gesundheitlichen Problem - kommen, gibt es immer genügend „Sojus“-Kapseln, mit denen die Astronauten zur Erde zurückkehren können. Außerdem haben alle Astronauten ein medizinisches Notfalltraining absolviert und haben regelmäßig Kontakt zu Ärzten auf der Erde, die die Gesundheit der Astronauten genau beobachten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Konsequenzen für nächsten Start zur ISS

Für den nächsten Start von drei Astronauten zur ISS am 9. April gibt die russische Weltraumorganisation Roskosmos bisher noch grünes Licht. Allerdings dürfen Medienvertreter anders als sonst üblich das Kosmodrom in Baikonur nicht besuchen und von dort über den Start berichten - wegen der „epidemiologischen Situation“. Der Start der Astronauten soll aber live im Internet übertragen werden.

Die Internationale Raumstation umkreist die Erde seit etwa 20 Jahren in einer Höhe von rund 400 Kilometern. Derzeit befinden sich die Nasa-Astronauten Jessica Meir und Andrew Morgan, sowie ihr russischer Kollege Oleg Skripochka an Bord. Am 9. April sollen der Nasa-Astronaut Chris Cassidy und die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner von Baikonur in Kasachstan aus zur ISS aufbrechen. Die Crew, die sich bisher an Bord befindet, soll nach aktuellem Stand Mitte April zur Erde zurückkehren.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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