Neun Monate Gefängnis

Hacker knackt britische Lotterie und muss in den Knast - sein Gewinn ist lächerlich

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Anwar Batson (l.) muss für einen Hacker-Angriff auf die britische Lotterie (logo, r.) ins Gefängnis.

So schlau wie der dachte war ein Cyber-Krimineller aus London doch nicht. Für einen Hacker-Angriff auf die britische Lotterie muss er in den Knast. Die Höhe seiner Beute ist ein Witz.

  • Der 29-jährige Anwar Batson hat über Whatsapp ein Hacker-Tool zur Verfügung gestellt.
  • Weitere Cyber-Kriminelle hackten sich damit in die britische National Lottery.
  • Die Aktion flog auf, es setzte Haftstrafen.

London - Ende eines nicht ganz so smarten Hacker-Angriffs auf die britische National Lottery: Ein Cyber-Krimineller muss jetzt für neun Monate seine Wohnung im Londoner Stadtteil Notting Hill mit einer Gefängniszelle tauschen. Answar Batson (29) wurde von einem Gericht wegen eines Hacker-Angriffs auf die Lotterie schuldig gesprochen. Das berichtet die britische „National Crime Agency“.

Die "Schwere des Vergehens liegt nicht in der Schwere des Verlustes", sagte Richter Jeffrey Pegden in seiner Urteilsbegründung. Und das ist nicht untertrieben: Denn der Gewinn, den Batson mit seiner Aktion machte, ist lächerlich. Gerade einmal fünf Pfund (umgerechnet etwa fünf Euro und 85 Cent) heimste der Hacker ein. 

Dabei machte er sich nicht mal selbst die Finger schmutzig. Für die Durchführung der Straftaten benutzte er ein Hacking-Programm namens "Sentry MBA". Dieses stellte er über das Internet anderen zur Verfügung. So gelangte auch Idris Kayode Akinwunmi zu dem Hacker-Tool. In einem Whatsapp-Chatforum hatte er mit Batson kommuniziert und sich die Hacker-Software besorgt.

Lotterie: Beute des Hacker-Angriffs war lächerlich

Mit der Software erbeutete Idris Kayode Akinwunm sage und schreibe 13 Pfund. Fünf Pfund gab er dann an Batson weiter. Genauso wie ein weiterer Beteiligter muss Idris Kayode Akinwunm nun ebenfalls einsitzen. Batson hatte die anderen Angeklagten nie getroffen, sondern unter dem Alias 'Rosegold' mit ihnen über Whatsapp kommuniziert.

Nachdem alles aufgeflogen war, leugnete Batson seine Beteiligung an der Hacker-Aktion. Er sei selbst Online-Trollen aufgesessen, behauptete der 29-Jährige frech. Doch eine Hausdurchsuchung brachte alles ans Licht: Beamte entdeckten auf Batsons Rechner belastende Chat-Protokolle. Bereits im Mai 2017 wurde Batson verhaftet, jetzt setzte es den Schuldspruch. 

Hacker-Software ist im Netz frei verfügbar

Die bei dem Hacker-Angriff verwendete Software Sentry MBA ist im Internet frei verfügbar. Laut „Heise.de“ kann man damit auf eine Liste mit Log-in-Daten zurückgreifen, die meist aus anderen Hacks stammen. Das Programm probiert die geklauten Log-in-Dateien dann automatisch durch.

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Und: Bei WhatsApp gibt es zurzeit eine Sicherheitslücke, die das Handy im schlimmsten Fall unbrauchbar machen kann. Die gute Nachricht: WhatsApp-User können sich davor schützen. Überhaupt wird 2020 für WhatsApp ein turbulentes Jahr: Drastische Veränderungen stehen an.

mb

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