Vor verschlossenen Türen

Tickets für Konzerte und Musik-Events: Einfacher Social-Media-Post kann schnell zum Verhängnis werden

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Wenn Fotos von Tickets im Internet landen, kann das für den Besitzer zum Verhängnis werden.

Karten für das lang ersehnte Pop-Konzert oder Tickets für das Sport-Großevent. Häufig landen die begehrten Karten im Internet. Doch anschließend folgt das böse Erwachen.

Die Freude ist riesig: Endlich sind die begehrten Karten für das nächste Konzert des Lieblingssängers oder das große Sportevent ergattert. Sofort wird die Freude über soziale Netzwerke geteilt und das Ticket gepostet - ein großer Fehler, wie sich schon mehrfach herausgestellt hat. Das Posten von Eintrittskarten im Internet kann unangenehme Folgen nach sich ziehen.

Das kann passieren, wenn Tickets im Internet landen

Denn nicht selten passiert es, dass der Ticket-Inhaber dann am Tag des Ereignisses keinen Einlass findet. Der Grund: In vielen Hallen und Stadien gelangen Besucher über automatische Drehkreuze in die Veranstaltung. An Barcodescannern können sie ihre Tickets selbst einlesen. Kein Sicherheitsmann da, der den Einlass kontrolliert.

Doch die Drehschranken sind leicht auszutricksen. Um durch die Sperre zu gelangen, benötigt es nicht den originalen Code. Eine Kopie des Tickets ist oft völlig ausreichend, um auf die Veranstaltung zu gelangen. Und genau deshalb sind die Ticket-Posts auf Instagram oder Facebook problematisch. Denn kaum ein Kartenbesitzer denkt in der großen Freude daran den Barcode auf dem Bild zu verdecken. Betrüger können so einfach das gepostete Ticket ausdrucken und an der Schranke scannen. Kommt der rechtmäßige Besitzer später am Eingang an, heißt es: Einlass verwehrt.

Vor dem Rammstein-Konzert ereignete sich ein anderes unglaubliches Szenario. Die Tickets waren so beliebt, dass die Webseiten der Ticket-Anbieter zusammenbrachen.

Auch Flugtickets werden gepostet

Selbst Flugtickets landen gelegentlich im Internet. Dabei wird der Betrüger den gestohlenen Flug nicht selbst wahrnehmen. Spätestens an der Passkontrolle wäre Schluss für den Ticket-Dieb. Doch über die Daten auf dem Ticket können Sitzplätze gebucht oder Flüge storniert werden, wie die Sicherheitssoftware-Firma Kaspersky Lab in ihrem Blog berichtet. So kann es passieren, dass der Passagier plötzlich auf dem schlechtesten Platz in der Maschine sitzt. Oder noch schlimmer, der Rückflug ist komplett storniert, ohne dass er selbst etwas umgebucht hat.

Die junge Chantelle aus Australien etwa wurde der Opfer eines Ticket-Diebstahls. Sie hatte an einer Wette beim Melbourne Cup-Pferderennen teilgenommen und komplett richtig gesetzt. Sie gewann satte 730 Euro. Begeistert über ihren Glücksgriff teilte sie ein Foto von sich mit ihrem Wettschein auf ihrer Facebook-Seite. Doch das Glück sollte nicht lange anhalten. Mithilfe des Fotos entzifferte ein Betrüger den Barcode, löste ihn ein und brachte Chantelle damit um ihren Gewinn.

Lässt sich der Ticket-Klau verhindern?

In Oberhausen wurden nun Maßnahmen gegen den Ticket-Klau ergriffen. Wie der Hörfunksender rpr1 berichtet, scannt dort nicht mehr der Gast selbst das Ticket. Das Ordnungspersonal kümmert sich um den reibungslosen Ablauf und übernimmt die Aufgabe für den Gast. Fällt den Aufpassern ein kopiertes Ticket auf, schreiten sie ein. Doch was passiert mit „Print@Home-Tickets“? Hier ist es schließlich unausweichlich, die Karte lediglich als Ausdruck bei sich zu haben.

Der einzige Weg, Betrügereien bei den Tickets wirklich zu vermeiden, ist es, die Karten nicht zu veröffentlichen. Selbst wenn der Code komplett verdeckt wird, können geübte Internet-Kriminelle die Ziffern herausfinden, wie kaspersky.de berichtete.

Lesen Sie auch: Mann legt bei Ticketkauf Pistole auf den Tresen

chd

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