1. kreisbote-de
  2. Multimedia

Zehn verbreitete Handymythen im Check

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Handynutzung im Flugzeug
Um die Handynutzung in Flugzeugen ranken sich viele Mythen. Der Grund dafür, dass man die Funkverbindungen am Smartphone deaktivieren soll, ist aber der Funkverkehr, der nicht gestört werden soll. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Von vermeintlicher Explosionsgefahr an der Tankstelle bis hin zu potenziell abstürzenden Flugzeugen. Viele Handymythen halten sich hartnäckig. Zurecht?

Hannover - Über Smartphones erzählt man sich so einiges. In vielem steckt ein wahrer Kern, einiges ist grober Unfug und bei manchem liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Steffen Herget vom Fachmagazin „c't“ erklärt, welche Tipps wirklich hilfreich sind und was ins Reich der Legenden gehört.

Stimmt nicht. Handynutzer sollten Updates unbedingt regelmäßig installieren, rät Steffen Herget. Denn die Aktualisierungen bringen nicht nur neue Funktionen, sondern schließen auch Sicherheitslücken. Selbst wenn alte Geräte in seltenen Fällen mit neuen Funktionen überfordert sein und langsamer werden sollten, sind Updates aus Sicherheitsgründen alternativlos.

Kommt darauf an. Es hängt von der Menge der Feuchtigkeit ab. Ein paar Tropfen könnten Smartphones in der Regel nicht schaden, sagt Herget. Fällt ein Handy aber ins Wasser, kann es sogar trotz IP-Schutznorm im Anschluss defekt sein. Diese schützt ein Gerät gegen Berührungen mit Fremdkörpern, die zu einem Ausfall oder einer Zerstörung der Elektronik führen können. Hinzu komme, dass durch Öffnungen für Kopfhörer, Ladekabel oder ähnliches Wasser leichter eindringen kann.

Stimmt nicht. Bei modernen Smartphones hängt die Qualität der Bilder nicht von der Auflösung, sondern von der Qualität der Linsen, Sensoren und von weiteren technischen Komponenten ab, erklärt Herget. Hinzu komme, dass die Kamerasoftware immer wichtiger für die Bildqualität werde, gerade bei Nachtaufnahmen oder Fotos bei schwierigen Lichtbedingungen.

Stimmt nicht. Der Gedanke stammt noch aus Zeiten, in denen Nickel-Cadmium Akkus vorherrschend waren. Heutige Lithium-Ionen-Akkus können und sollten im nicht entleerten Zustand geladen werden. Steffen Herget empfiehlt als Richtwert 20 Prozent Akkuleistung nie zu unterschreiten. Denn eine vollständige Entladung schadet dem Akku.

Stimmt nicht. In Flugzeugen werden Passagiere zwar gebeten, ihre Handys auszuschalten oder den Flugzeugmodus zu aktivieren. Aber nicht, weil sendende Geräte das Flugzeug zum Absturz bringen, sondern weil sie den Funkverkehr stören könnten. Sonst wären die Sicherheitsvorkehrungen auch deutlich strenger, meint Herget.

Stimmt nicht. Um Blitze anziehen zu können, sei zu wenig Metall im Smartphone verbaut, sagt Herget. Handys ziehen also keine Blitze an.

Stimmt nicht. Anders als beim PC, so Herget, müssen Handybesitzer ihr Gerät nicht regelmäßig ausschalten. Die verbauten Betriebssysteme seien für eine Dauernutzung ausgelegt.

Stimmt nicht. Smartphone-Verbotsschilder an Tankstellen warnen nicht vor einer drohenden Explosion, wenn jemand mit dem Handy telefoniert. Vielmehr warnen sie vor einer erhöhten Brandgefahr, die grundsätzlich von Tankstellen ausgeht - und wollen verhindern, dass im schlimmsten Fall ein beschädigter Akku anfängt zu brennen und ein Feuer auslöst, etwa nachdem jemand sein Handy versehentlich fallen gelassen hat. Steffen Herget rät daher, sein Smartphone beim Tanken am besten in der Tasche zu lassen, um gar kein Risiko einzugehen.

Kommt darauf an. Das hängt vom Alter des Gerätes und vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Moderne Smartphones bremsen Apps von selbst im Stromverbrauch aus, erklärt Herget. Das Schließen von Anwendungen sei daher nicht notwendig. Im Gegenteil spare man sogar Strom, wenn Apps, die man regelmäßig nutzt, geöffnet bleiben und nicht ständig neu gestartet werden müssen. Bei älteren Geräten hingegen könne es sinnvoll sein, die Apps zu schließen.

Stimmt nicht. Viren könnten auf diesem Weg nicht direkt übertragen werden, sagt Herget. Aber es ist durchaus möglich, dass Kriminelle auf diesem Wege Links verschicken, die auf Phishing-Seiten oder zum Download von Schadsoftware führen. dpa

Auch interessant

Kommentare