In Abwesenheit: Tunesien macht gestürztem Ben Ali den Prozess

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Tunesiens gestürzter Präsident Zine el-Abidine Ben Ali (Archivbild)

Tunis - Gut fünf Monate nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali macht Tunesien seinem ehemaligen Diktator den Prozess.

Das Verfahren soll am kommenden Montag (20. Juni) beginnen. Das sagte Ministerpräsident Béji Caïd Essebsi am Montagabend dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

Ben Ali hält sich derzeit in Saudi-Arabien im Exil auf; ein Auslieferungsgesuch blieb ohne Antwort. Dem ehemaligen Präsidenten und seinen Getreuen werden mehr als 90 Anklagepunkte vorgeworfen, unter anderem ein Komplott gegen die Sicherheit des Staates und Mord.

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Die tunesische Justiz hatte zuvor bereits angekündigt, dass sie wegen der Entdeckung von Waffen, Drogen und 27 Millionen Dollar Bargeld in Ben Alis Residenzen Ermittlungen aufgenommen habe. Seit seiner Flucht vor der Revolution wurden mehrere Familienmitglieder und Gefolgsleute festgenommen, unter anderem seine Schwester Najet. Zahlreiche Länder haben Konten Ben Alis und seiner Angehörigen eingefroren. Ben Ali hatte 23 Jahre lang an der Spitze Tunesiens gestanden.

dpa

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