Gedenkveranstaltung für NS-Opfer

Nach AfD-Eklat im Landtag: Alice Weidel schießt gegen Knobloch: „Wie tief kann man sinken?“

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Nach dem AfD-Eklat im bayerischen Landtag um Charlotte Knobloch, hat sich nun auch Alice Weidel eingeschalten.

Nachdem Charlotte Knobloch die AfD bei einer Rede im bayerischen Landtag kritisierte, verließen einige Abgeordnete der Partei demonstrativ den Saal. Nun wird Knobloch nach eigenen Angaben bedroht. 

Update vom 24. Januar, 18.10 Uhr: Nach dem Eklat im bayerischen Landtag hat sich nun auch Alice Weidel in das Geschehen eingemischt. Via Twitter schoss sie gegen Charlotte Knobloch: „Muttis beste Freundin Charlotte #Knobloch hat sich wirklich entblödet, im Bayerischen Landtag eine Gedenkveranstaltung für geschmacklose Parteipolitik zu missbrauchen. Wie tief muss man sinken?“

Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, reagierte damit auf den Eklat im bayerischen Landtag am Mittwoch. 

Charlotte Knobloch, ihrerseits Vorsitzende der Israelitschen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hatte die AfD am Vortag im bayerischen Landtag bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus kritisiert. Abgeordnete der rechtspopulistischen Partei verließen daraufhin demonstrativ den Plenarsaal. „Diese sogenannte Alternative für Deutschland gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung und steht nicht nur für mich nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung“, hatte Knobloch zuvor gesagt.

Nach AfD-Eklat im Landtag: Charlotte Knobloch bekommt Drohungen „im Minutentakt“

Update vom 24. Januar, 15.22 Uhr: Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, wird nach dem AfD-Eklat im bayerischen Landtag nach eigenen Angaben massiv bedroht. „Seitdem erreichen mich beinahe im Minutentakt wüste Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen per E-Mail und Telefon“, sagte Knobloch der Augsburger Allgemeinen am Freitag. 

„Die Gefahr, die von der Partei und ihren Anhängern für unsere freiheitliche Demokratie ausgeht, wird so überdeutlich und zeigt nur noch mehr, dass die Demokraten in unserem Land gegen sie zusammenstehen müssen.“

Die AfD verträgt aus Knoblochs Sicht die Wahrheit nicht

Die AfD verträgt aus ihrer Sicht die Wahrheit nicht. „Es gibt immer wieder solche Exzesse“, sagte Knobloch am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Partei trete selbst sehr laut auf - „und dann stehen die auf und gehen, wenn man denen mal die Wahrheit sagt“.

„Wo sind die Wähler, die dieser Partei die Möglichkeit gegeben haben, so präsent zu sein“, fragte Knobloch am Tag danach. „Eine Partei, die sich so rechtsradikal darstellt, gehört nicht in ein gesetzgebendes Gremium.“

Eklat im bayerischen Landtag

München - Einige Abgeordnete der AfD-Fraktion haben am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung für NS-Opfer das Plenum demonstrativ für zehn Minuten verlassen. Sie reagierten damit auf eine Rede der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch. 

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AfD-Abgeordnete kehren erst nach Rede zurück

Diese hatte in ihrer Rede die AfD direkt attackiert und die Gesellschaft und alle demokratischen Parteien zum Schutz der Demokratie aufgerufen: „Heute und hier ist eine Partei vertreten, die diese Werte verächtlich macht und Verbrechen der Nationalsozialisten verharmlost und enge Verbindungen ins rechtsextreme Milieu unterhält“, sagte Knobloch. Erst nach ihrer Rede kamen die AfD-Abgeordneten wieder ins Plenum zurück.

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Video: Skandal bei Gedenkfeier für NS-Opfer - AfD-Abgeordnete verlassen demonstrativ den Raum

„AfD gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung“

In ihrere Rede hatte Knobloch gesagt: „Diese sogenannte Alternative für Deutschland gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung und steht nicht nur für mich nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung.“ Und weiter: „Es ist unser aller Verantwortung, dass das Unvorstellbare sich nicht wiederholen darf“, sagte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland am Mittwoch im Landtag. 

Wie groß diese Aufgabe sei, sehe man heute mit Blick auf den Einzug der AfD in die Landtage und in den Bundestag. Ein Großteil der Mitglieder der AfD-Fraktion, darunter auch die Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner, hatte daraufhin den Plenarsaal verlassen. Die verbliebenen Gäste der Gedenkfeier spendeten Knobloch stehende Ovationen und viel Applaus, einzig die anwesenden AfD-Abgeordneten blieben dabei auf ihren Plätzen sitzen.

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dpa

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