Guttenberg: Truppenbesuch in Afghanistan 

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Nach dem tödlichen Angriff auf deutsche Soldaten in Afghanistan sind nach einer Umfrage immer mehr Bundesbürger für einen Abzug der Bundeswehr. 

Hamburg - Nach einer Umfrage sind immer mehr Bundesbürger für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Verteidigungsminister zu Guttenberg besucht derzeit die Soldaten der Truppe im Norden des Landes.

62 Prozent und damit so viele wie noch nie zuvor bei einer Forsa-Umfrage plädierten für den Rückzug, wie die am Mittwoch veröffentlichte Befragung für das Hamburger Magazin “Stern“ ergab. Im September 2009, nach den Bombardements auf zwei Tanklastwagen bei Kundus, waren den Angaben zufolge 55 Prozent für einen Rückzug der deutschen Truppen gewesen. Sehr hoch (61 Prozent) war die Ablehnung des Einsatzes zuletzt im Juni 2009 gewesen, nachdem drei Bundeswehrsoldaten nach einem Feuergefecht mit den Taliban in ihrem Transportpanzer verunglückt und ums Leben gekommen waren.

Noch im September 2005 hatte nur knapp ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) einen Abzug der Bundeswehr gewünscht. Befragt wurden 1.004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 8. und 9. April 2010.

Guttenberg zu Truppenbesuch in Afghanistan

Knapp zwei Wochen nach den schweren Kämpfen der Bundeswehr in der Nähe von Kundus ist Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu einem Truppenbesuch in Nordafghanistan eingetroffen.

“Mir ist wichtig, den Soldatinnen und Soldaten vor Ort zum einen deutlich zu machen, dass die politische Spitze hinter ihnen steht“, sagte Guttenberg. Zum anderen gehe es darum, der deutschen Öffentlichkeit klar zu machen, was der Einsatz in Afghanistan bedeute. Wichtig sei, “dass man den Soldaten vor Ort nicht vergisst, sondern dass man ihm Unterstützung gibt“.

Im regionalen ISAF-Hauptquartier in Masar-i-Scharif wurde er am Mittwoch vom Kommandeur, Brigadegeneral Frank Leidenberger, begrüßt. Anschließend flog der Minister in die Unruheregion Kundus weiter. An den Bundeswehrstandorten in Nordafghanistan will sich Guttenberg über die Lage nach dem Angriff der Taliban am Karfreitag informieren.

Das ist Afghanistan

Das ist Afghanistan

Dabei will er feststellen, ob es Defizite bei Ausrüstung, Ausbildung oder Truppenstärke gibt. Bei den schweren Gefechten am Karfreitag waren drei Bundeswehrsoldaten getötet und acht weitere verletzt worden. Guttenberg hatte anschließend von einem Krieg gesprochen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte daraufhin in der “Frankfurter Rundschau“ (Dienstag) gesagt, wenn die Bundesregierung den Einsatz für einen “Krieg“ halte, müsse sie ein neues Mandat des Bundestags beantragen. Der Minister wies dies bei seinem Truppenbesuch am Mittwoch zurück. “Das Mandat ist auf die Realitäten entsprechend ausgerichtet“, sagte Guttenberg. “Das weiß auch der Vorsitzende der SPD.“

dpa/dapd

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