Ahmadinedschad ernennt neuen Atomchef

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Ali Akbar Salehi ist neuer Chef des iranischen Atomprogramms.

Teheran - Der frühere Gesandte des Iran bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Akbar Salehi, ist neuer Chef des iranischen Atomprogrammes.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad ernannte Salehi zum Nachfolger des zurückgetretenen Gholamresa Aghasadeh. Das berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Freitag. Der Chef der iranischen Atombehörde ist für alle technischen Aspekte des umstrittenen Programms zuständig. Der Mann mit eher zurückhaltendem Auftreten gilt im Vergleich zu seinem Vorgänger als verhandlungsbereiter. “Ich denke, es ist ein positives Zeichen“, reagierte der ehemalige IAEA-Chefinspektor, Pierre Goldschmidt, auf die Ernennung Salehis.

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Er sei ein Mann des Dialogs. Beide kennen sich aus der Zeit Salehis als IAEA-Gesandter in Wien. In seiner Amtszeit dort hatte der Iran ein Protokoll unterzeichnet, dass deutlich umfangreichere Untersuchungen der Atominspektoren als heute im Land erlaubte. Damals verzichtete die Regierung in Teheran auch wie vom Westen gefordert auf einige Atomaktivitäten. Beides wurde aber später wieder rückgängig gemacht.

Angst vor der Atombombe

Im Westen wird befürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel eines friedlichen Nuklearprogramms heimlich am Bau einer Atombombe arbeitet. Der Iran dagegen beharrt darauf, das Programm diene ausschließlich der Energiegewinnung. Aghasadeh hatte sein Rücktrittsschreiben bereits vor drei Wochen an Präsident Ahmadinedschad übergeben. Seine Entscheidung war jedoch erst am Donnerstag bekanntgeworden. Er trat damit gleichzeitig auch vom Posten des Vize-Präsidenten zurück.

Aghasadeh war unter vier iranischen Präsidenten über zwei Jahrzehnte lang in der iranischen Regierung, erst als Ölminister, dann als Chef der Atombehörde. Er gilt als loyal, jedoch nicht als Ahmadinedschad-Anhänger. Ihm wird eine gewisse Nähe zu Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi nachgesagt.

Nach Angaben der IAEA hat der Iran inzwischen mehr als 7000 Zentrifugen in der Nuklearanlage in dem Atomzentrum Natans installiert. Davon waren bis Anfang Juni 4920 in Betrieb. Mittlerweile seien fast 1,4 Tonnen Uran angereichert worden. Ob und in welchem Zeitraum der Iran technisch zum Bau einer Atombombe in der Lage ist, ist derzeit bei Experten umstritten.

dpa

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