Ungewöhnliche Aktion im Vorstand

Kramp-Karrenbauer: Unterstützer verteilen „Denkzettel“ - ist Merz gemeint?

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Annegret Kramp-Karrenbauer

Wenige Tage vor dem CDU-Parteitag greift CDU-Politiker Karl-Josef Laumann zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Seine Motivation: Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

  • Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Machtfrage gestellt. 
  • Vor dem CDU-Parteitag stellt sich der CDA hinter Annegret Kramp-Karrenbauer. 
  • In einer ungewöhnlichen Maßnahme verteilen die AKK-Befürworter einen Denkzettel an die CDU. 

Berlin - Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme rufen CDU Politiker - nur wenige Tage vor dem Parteitag am 22. und 23. November - ihre Partei zu Einigkeit auf. Auf einem Handzettel, den sie unter den Vorstandsmitgliedern der CDU verteilten, werden die jüngsten internen Angriffe auf die Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer scharf kritisiert. 

Den „Denkzettel“ verteilte Karl-Josef Laumann, Sozialminister in NRW, am Montag. In dem als „Aufruf zur Einigkeit“ betitelten Papier kritisiert der um Laumann formierte Vorstand des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA: „An der Spitze einer Volkspartei wird nie ein Scharfmacher stehen können, sondern es muss immer ein Vermittler sein, der die verschiedenen Strömungen in der Partei zusammenhält, für Ausgleich sorgt und den Menschen in und außerhalb unserer Partei Orientierung gibt.“ Das berichtet Focus.de.

AKK stellt die Machtfrage: Auf dem CDU-Parteitag soll die Entscheidung fallen

Die Partei soll sich offenbar hinter der Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer vereinen - sie bringe die nötige Vermittler-Kompetenz und Orientierung ein, zitiert die Webseite aus dem Schreiben: „Das tut AKK seit ihrer Wahl.“ Kramp-Karrenabuer wird auf dem Parteitag indirekt auch die Machtfrage stellen. Vordergründig geht es in der Debatte aber um ein Sachthema: Die Grundrente

Einigen CDU-Abgeordneten stießen die Zugeständnisse an die SPD übel auf. Sie blockierten einen Grundrenten-Kompromiss, welcher der SPD über die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag hinaus entgegenkommen würde. Jetzt steht der Grundrenten-Einigung der Groko auf der Tagesordnung des CDU-Parteitags. Kramp-Karrenbauer fordert ihre innerparteilichen Kritiker damit auf, aus der Deckung zu kommen. „Ich verweigere mich keiner Diskussion und ich verweigere mich keiner Abstimmung“, sagte sie kürzlich.

Video: Zoff in der CDU setzt Kramp Karrenbauer unter Druck

AKK: CDA-Mitglieder verteidigen die Parteichefin

Gut eine Woche vor dem Parteitag kritisiert der CDA-Appell das Verhalten einiger Parteimitglieder gegenüber der Parteichefin scharf. „Mit großer Sorge“ sehe man, „wie trotz eines fairen Wettbewerbs und demokratischer Entscheidung, trotz vieler Versuche der Parteivorsitzenden diejenigen einzubinden, die sie nicht gewählt haben, einige Persönlichkeiten offen und offensiv dafür sorgen, dass sich die CDU mehr um sich selbst als um andere kümmert“. 

Namen werden nicht genannt. Zuletzt war die frühere saarländische Regierungschefin vor allem aus der Jungen Union und seitens des Wirtschaftsflügels kritisiert worden, indirekt auch von Ex-Fraktionschef Friedrich Merz. Die Angriffe auf Kramp-Karrenbauer müssten aufhören, so der Tenor des CDA. Sie würden in erster Linie der Partei schaden. Obwohl er eigentlich für seine lautstarke Kritik an AKK bekannt ist, lässt Friedrich Merz nun leisere Töne anklingen.

Friedrich Merz, der AKK vergangenes Jahr im Kampf um den Parteivorsitz unterlegen war, will auf dem Parteitag eine „programmatischen Rede“ halten - und zwar direkt nach der Rede der Parteivorsitzenden.

Kurz vor dem CDU-Parteitag will Markus Lanz in seinem ZDF-Talk von Generalsekretär Paul Ziemiak wissen, wie es um die Parteiführung steht. Dabei wird Ziemiak hart in die Mangel genommen. Welt-Journalistin Claudia Kade schimpft: „Langsam nervt‘s!“ Schließlich rutscht Ziemiak dann doch noch ein Detail zum Machtkampf von Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer heraus.

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