Für Retter vergewaltigter Frauen

Alternativer Nobelpreis vergeben

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Stockholm - Selbst ein Mordversuch hat den Arzt Denis Mukwege nicht abgeschreckt. Er behandelt weiter vergewaltigte Frauen im Kongo und macht auf ihr Schicksal aufmerksam. Er und drei weitere Kandidaten erhalten den Alternativen Nobelpreis.

Der Alternative Nobelpreis zeichnet in diesem Jahr den Kampf gegen Chemiewaffen und den mutigen Einsatz für Vergewaltigungsopfer im Kongo aus. Der US-Amerikaner Paul Walker bekommt den Preis inmitten der aktuellen Diskussion um die Vernichtung von Syriens Giftgas-Vorräten als „einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen“, wie die Right Livelihood Award-Stiftung am Donnerstag in Stockholm verkündete.

Den Arzt Denis Mukwege ehrt die Stiftung für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo. In einem Krankenhaus in Süd-Kivu behandelt der Gynäkologe unermüdlich Opfer sexueller Kriegsgewalt. Seit Jahren setzt er sich öffentlich dafür ein, deren Peiniger zur Rechenschaft zu ziehen. Auch ein Attentat auf ihn, bei dem statt Mukwege einer seiner Mitarbeiter starb, brachte ihn nicht dazu, aufzuhören. Mukwege wird auch als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt.

Walker habe sich als Direktor für „Environmental Security and Sustainability“ beim Internationalen Grünen Kreuz „unerbittlich“ für die Umsetzung der Konvention zum Verbot von Chemiewaffen eingesetzt, hieß es in der Begründung der Stiftung. Die Konvention wird gegenwärtig von 189 Staaten getragen.

„Die Chemiewaffenkonvention ist eigentlich ein Erfolgsmodell gewesen“, will der Direktor der Stiftung, Ole von Uexküll, mit der Auszeichnung auch zeigen - und richtet dabei den Blick auf die Lage in Syrien. Durch Walkers Einsatz seien schon Zehntausende Tonnen chemischer Waffen aus sechs nationalen Arsenalen sicher vernichtet worden. Jetzt konzentrierten sich seine Bemühungen auf den Beitritt der übrigen Staaten zu dem Pakt. Syrien soll am 14. Oktober Mitglied werden.

Weitere Auszeichnungen bekommen zum ersten Mal seit dem Start der Alternativen Nobelpreise 1980 ein Schweizer und ein Palästinenser. Der Agrarforscher Hans R. Herren rettete laut der Stiftung mit einem biologischen Programm zur Schädlingsbekämpfung in Afrika „Millionen von Menschen das Leben“. Mit seiner Schweizer Stiftung helfe Herren heute Landwirten, „Hunger, Armut und Krankheit durch biologischen Landbau zu bekämpfen“. Die Auszeichnungen sind mit je 57 000 Euro dotiert.

Der Anwalt Radschi Surani erhält den Preis, weil er sich „furchtlos und vorurteilsfrei für die Menschenrechte in Palästina und der arabischen Welt“ einsetzt. Im Gazastreifen dokumentiere Surani Menschenrechtsverletzungen, vertrete Opfer und bilde inzwischen auch syrische Juristen aus. „Die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit in allen arabischen Ländern zu verbreiten, das ist schon eine fantastische Multiplikatorwirkung“, sagte von Uexküll.

Der Alternative Nobelpreis - offiziell Right Livelihood Award (Preis für richtige Lebensführung) - ehrt unabhängig von und mit kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen jedes Jahr Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden. 2013 waren 94 Kandidaten aus 48 Staaten für den Preis vorgeschlagen. Insgesamt wurden inzwischen 153 Preisträger aus 64 Ländern geehrt. Verliehen werden die Preise am 2. Dezember im Schwedischen Reichstag in Stockholm.

dpa

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