Anwälte der Kundus-Opfer drohen mit Klage

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Die Bremer Rechtsanwälte Bernhard Docke (links) und Karim Popal vertreten die Opfer des Kundus-Angriffs.

Bremen - Im Ringen um deutsche Entschädigungszahlungen wegen des von der Bundeswehr angeforderten Luftangriffs von Kundus haben die Opfer-Anwälte mit Klagen gedroht.

Auslöser war die Absage eines für Mittwoch geplanten Gesprächs des Verteidigungsministeriums mit den Bremer Rechtsanwälten Bernhard Docke und Karim Popal. Zuvor waren neue Forderungen mutmaßlicher Opfer gegen Deutschland laut geworden. “Weitere Gespräche sind erst dann sinnvoll, wenn die Rechtsanwälte die Mandatslage geklärt haben“, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag in Berlin mit. Die Anwälte müssten nachweisen, wessen Interessen sie vertreten.

Das Ministerium ließ offen, ob die Verhandlungen abgebrochen oder nur unterbrochen wurden. Am Montag waren neue Entschädigungsforderungen gegen Deutschland laut geworden. Das Verteidigungsministerium hatte sich bereiterklärt, nicht nur mit Docke und Popal zu verhandeln, sondern auch mit anderen Stellen. Nach einem Bericht des in Bremen erscheinenden “Weser-Kuriers“ wandten sich 30 Familienoberhäupter aus Kundus an die Unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission (AIHRC).

Der blutige Angriff in Kundus

Der blutige Angriff in Kundus

Bei dem von der Bundeswehr befohlenen Bombenangriff nahe der afghanischen Stadt Kundus waren am 4. September bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden.

Die Anwälte Docke und Popal kritisierten die Entscheidung des Ministeriums. “Damit verzögert sich die überfällige Entschädigungsregelung weiter auf unbestimmte Zeit“, heißt es in einer Mitteilung der Bremer Rechtsanwälte vom Dienstag. Es solle nun offensichtlich doch nicht die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) angekündigte schnelle, unbürokratische Hilfe geben, bemängelten die beiden Juristen. “Notgedrungen werden wir den Klageweg vorbereiten.“

“Spiegel Online“ hatte berichtet, die 30 afghanischen Familien wollten direkt mit der Bundeswehr verhandeln, weil sie zum bisher in der Sache federführenden Anwalt Popal kein Vertrauen hätten. Auf der neuen Namensliste fänden sich auch Namen, die in den Papieren von Popal als Mandanten aufgeführt seien. Ob es sich um dieselben Personen handele, sei unklar.

Docke und Popal widersprachen den Presseberichten, wonach die Mandatsbeziehungen unklar seien. “Wir können nicht ausschließen, dass es weitere Opfer gibt und wir nehmen auch kein Opfervertretungsmonopol in Anspruch.“

dpa

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