AOK-Chef warnt vor Milliarden-Loch bei Krankenkassen

Frankfurt/Main - Die Gesundheitsreform wird die Finanzprobleme der Krankenkassen nicht lösen. Das prophezeit der Chef der AOK Rheinland-Hamburg. Spätestens 2011 würden wieder Milliarden fehlen.

Die von der Koalition vereinbarte Gesundheitsreform wird nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der AOK Rheinland-Hamburg, Wilfried Jacobs, die Finanzprobleme der Krankenkassen nicht lösen. “Höchstens ein Jahr, dann werden den Kassen wieder Milliarden fehlen“, sagte Jacobs der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post“.

Die Reform gehe voll zu Lasten der Versicherten: “Beiträge und Zusatzbeiträge werden steigen, ohne dass es eine Reform für die gesetzliche Krankenversicherung gibt, die langfristig Stabilität sichert“, kritisierte Jacobs. Die Gesundheitspolitiker müssten den Bürgern endlich die Wahrheit sagen: “Dazu gehört, dass die Kosten im Gesundheitswesen wegen der Alterung der Gesellschaft und der sinkenden Zahl der Beitragszahler steigen“, fügte er hinzu.

Jacobs forderte deshalb, die Beitragsbemessungsgrenze, die derzeit bei 3.750 Euro im Monat liegt, und die Zahlungen der Bundesagentur für Arbeit für die Krankenversicherung der Arbeitslosen zu erhöhen. “Auch sollte man den Wechsel der Gutverdiener in die private Krankenversicherung einschränken“, verlangte der AOK-Chef.

dapd

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