Schockierende Bilder

TV-Magazin Monitor: ARD-Journalist vor laufender Kamera angegriffen

Holger Thuß greift den ARD-Journalisten Achim Pollmeier an.
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Holger Thuß greift den ARD-Journalisten Achim Pollmeier an.

Ein Journalist der ARD-Sendung Monitor ist vor laufender Kamera angegriffen worden. Das steckt hinter der Attacke.

München - Bei einer Konferenz des klimawandelskeptischen Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) in München hat der Präsident des Vereins, Holger Thuß, einen TV-Journalisten angegriffen. 

Bei EIKE handelt es sich um einen als gemeinnützig eingetragenen Verein, der 2007 gegründet wurde. Die nach eigenen Angaben rund 50 Mitglieder bezweifeln, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt. Sie wehren sich damit gegen den Konsens der Wissenschaft. Die Mitglieder bezeichnen sich selbst als „Klimarealisten“ oder „Klimaskeptiker“, nach eigenen Angaben sind die meisten im Ruhestand.

EIKE unterhält außerdem offenbar Kontakte in die rechte Szene. Der Präsident und CDU-Lokalpolitiker Holger Thuß publiziert zum Beispiel im rechten Magazin „eigentümlich frei”. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Michael Limburg, ist Mitglied der AfD. In klimapolitischen Fragen und sogar in parlamentarischen Anträgen verweist die Partei häufig auf EIKE.

Klimaschutz-Gegner attackiert ARD-Reporter

Das politische ARD-Fernsehmagazin „Monitor“ war bei einer EIKE-Konferenz zugegen, um einen Beitrag zu drehen. Darin ging es auch um die

Vor UN-Klimakonferenz: Forderungen nach radikaler Wende

Bedrohtes Paradies: Einsamer Palmenstrand auf der Malediven-Insel Little Bandos. Foto: Friedel Gierth
Bedrohtes Paradies: Einsamer Palmenstrand auf der Malediven-Insel Little Bandos. © Friedel Gierth
Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority
Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. © Great Barrier Reef Marine Park
Vergangenheit und Zukunft: Windräder drehen sich hinter einem Kohlekraftwerk. Foto: Julian Stratenschulte
Vergangenheit und Zukunft: Windräder drehen sich hinter einem Kohlekraftwerk. © Julian Stratenschulte
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. © Adrian Bradshaw/Archiv
Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han
Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. © epa Bing Han
Schals und Atemmasken gehören in Peking mittlerweile zum Stadtbild. Foto: Ole Spata/Archiv
Schals und Atemmasken gehören in Peking mittlerweile zum Stadtbild. © Ole Spata/Archiv
Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison/Archiv
Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. © epa Stephen Morrison
Thailand verdorrt: Ein Dorfbewohner bewegt sich auf dem Grund eines ausgetrockneten Stausees. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv
Thailand verdorrt: Ein Dorfbewohner bewegt sich auf dem Grund eines ausgetrockneten Stausees. © Rungroj Yongrit
Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia
Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. © Eugene Garcia
Nach Analysen von Fossilien schätzen Wissenschaftler, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. Foto: Andy Wong
Nach Analysen von Fossilien schätzen Wissenschaftler, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. © Andy Wong
Smog in Los Angeles: Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Foto: Ringo Chiu
Smog in Los Angeles: Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. © Ringo Chiu
Auch sie ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht: die Fidschi-Insel Vorovoro. Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.com
Auch sie ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht: die Fidschi-Insel Vorovoro. © DB tribewanted/www.tribewanted.com
Kohlenhändler im Ruhrgebiet: Fossile Brennstoffe sind von vorgestern. Foto: Oliver Berg
Kohlenhändler im Ruhrgebiet: Fossile Brennstoffe sind von vorgestern. © Oliver Berg
Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa
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Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Foto: Kyodo
Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. © Kyodo
So könnte es gehen Bei Ouarzazate in Marokko entsteht der größte Solarkraft-Komplex der Welt. Foto: Teresa Dapp
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Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. Foto: David Goldman
Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. © David Goldman
Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. Foto: Abdeljalil Bounhar
Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. © Abdeljalil Bounhar
Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. Foto: Pavel Golovkin
Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. © Pavel Golovkin

, die derzeit stattfindet. Die Sendung lief am Donnerstagabend, 6. Dezember. Vorab veröffentlichte der Monitor-Reporter Achim Pollmeier einen Ausschnitt des Beitrags, in dem zu sehen ist, wie er von dem Präsidenten Thuß angegriffen wurde. 

Die Journalisten hatten vorab Hausverbot bekommen, wollten aber vor der Veranstaltung Fragen stellen. Thuß wollte dies jedoch nicht: „Sie sind kein Journalist, sie sind Agitator. Deswegen möchte ich sie hier nicht. Ich möchte, dass Sie jetzt hier raus gehen.“ Er drohte Pollmeier Gewalt an, wenn dieser nicht verschwinde. Dann ging er ihn an und schubste den Journalisten weg, während er rief: „Ich bin in der DDR aufgewachsen. Ich will sie hier nicht sehen!“ Pollmeier erwiderte, dass er ihm nichts getan habe und ging mit seinem Team. 

EIKE stellt den Vorfall anders dar

Auf seiner Webseite hat der Verein eine Gegendarstellung zur Konfrontation mit den ARD-Journalisten veröffentlicht. Sie fühlen sich falsch dargestellt. Dem Team sei bereits im Vorfeld Hausverbot erteilt worden, die Journalisten seien „widerrechtlich” in den Vorraum des Tagungsorts eingedrungen.

„Erst mit Hilfe des Hotelmanagers konnten die ungebetenen Gäste hinausgedrängt werden. Dabei lief deren Kamera die ganze Zeit mit”, heißt es in dem Statement. Man habe Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet und versuche eine einstweilige Verfügung gegen die Verwendung der ihrer Meinung nach illegalen Filmaufnahmen zu erwirken.

md

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