Atomforscher im Iran umgebracht

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Das von der iranischen Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte Bild zeigt eines der Autos, auf die ein Anschlag verübt wurde.

Teheran - Ein iranischer Nuklearwissenschaftler ist am Montag durch einen Bombenschlag ums Leben gekommen, ein zweiter Universitätsprofessor wurde durch einen Sprengsatz verletzt. Wer steckt dahinter?

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen in Teheran. Die Nachrichtenagenturen ISNA und Fars machten jedoch “Agenten der USA und Israels“ für den Mord verantwortlich.

“Diese Art von Komplott wird nur die Entwicklung der iranischen Nuklearprogramme beschleunigen“, sagte Irans Atomchef Ali Akbar Salehi der Nachrichtenagentur ISNA bei einem Treffen im Krankenhaus mit dem verletzten Abbasi.

Polizeichef Hussein Sadjadinia bestätigte Medienberichte, nach denen zwei Attentäter, die auf Motorrädern unterwegs waren, die Sprengsätze wahrscheinlich mit Magneten an den Autos der beiden Wissenschaftler befestigt hatten. Bei dem Attentat wurden auch die Ehefrauen der beiden Wissenschaftler verletzt. Abbasi und seine Frau wurden später aus dem Krankenhaus entlassen.

Das iranische Waffenarsenal

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Präsident Ahmadinedschad hat am Sonntag den Auftrag für die Produktion von hochangereichertem Uran erteilt - eine Geste der Provokation nach den Signalen des Einlenkens vor der Münchner Sicherheitskonferenz. © dpa
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Der Iran unterhält mit mehr als 520 000 Mann die größte Streitmacht im Nahen Osten. © dpa
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Noch bedrohlicher erscheint den Nachbarn und den Westmächten das abgeschirmte Nuklearprogramm des Landes. © dpa
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Der Westen befürchtet, dass das Mullah-Regime in den Besitz von Atomwaffen gelangen will. © dpa
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Raketen, die solche Massenvernichtungswaffen wohl transportieren könnten, hat der Iran bereits. © dpa
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Im Arsenal sind mehrere hundert Geschosse der Typen Schahal 1 und 2, die bis zu 330 und 700 Kilometer weit reichen. © dpa
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Mit den mehrstufigen Raketen Schahab 5 und 6 (auf dem Bild eine Shahab 3) könnten die Iraner sogar Städte in Mitteleuropa angreifen. © dpa
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Für den Bau einer einsatzfähigen Interkontinentalrakete benötigt der Iran jedoch noch zehn bis 15 Jahre, vermuten westliche Experten. © dpa
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Ausgangsbasis für die Herstellung von Atomwaffen ist hoch angereichertes Uran, das iranische Wissenschaftler in den Nuklearfabriken Natans und Ghom herstellen. © dpa
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Der Westen bezweifelt, dass das Atomprogramm wie behauptet nur friedlichen Zwecken dient. © dpa
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Der UN-Sicherheitsrat hat 2006 erstmals den Stopp der Urananreicherung verlangt - ohne Erfolg, trotz späterer Sanktionen. © dpa
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Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat US-Senator Joseph Lieberman jetzt mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht, wenn Wirtschaftssanktionen nicht wirken sollten. © dpa
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Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran bald genügend Material für eine Bombe haben könnte. Sie rätseln aber, wann ein funktionsfähiger Sprengkopf zur Verfügung steht. © dpa

Im Januar war bereits ein iranischer Atomforscher in Teheran ermordet worden. Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad hatte damals Israel für den Mord an Massud Ali-Mohammadi verantwortlich gemacht.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie an Atomwaffen zu arbeiten. Ob die beiden Wissenschaftler eine Rolle im iranischen Atomprogramm spielten, war zunächst nicht bekannt.

dpa

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