Atomstreit: Röttgen und Gabriel werfen sich Feigheit vor

Berlin - Im Atomstreit hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen seinen Amtsvorgängern Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin Feigheit vorgeworfen. Auch Kanzlerin Angela Merkel bleibt von Kritik nicht verschont.

Der SPD- und der Grünen-Politiker seien feige, weil sie die weitere Erkundung des Gorlebener Salzstocks als mögliches atomares Endlager durch ein zehnjähriges Moratorium unterbrochen hätten, sagte Röttgen am Sonntagabend in der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin“.

Gabriel warf Röttgen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) seinerseits Feigheit vor: Sie lehnten es ab, Gorleben mit anderen möglichen Standorten zu vergleichen, “und zwar aus Feigheit in Bayern und Baden-Württemberg“. Diese Länder riefen am lautesten nach längeren Laufzeiten für ihre Atomkraftwerke, hätten aber zu viel Angst, “bei sich zu Hause die geeigneten Standorte“ für ein Endlager überprüfen zu lassen.

Weit mehr als 100.000 Demonstranten und damit so viele wie seit Jahrzehnten nicht hatten am Samstag gegen die von der schwarz-gelben Koalition geplante Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke protestiert. In Gorleben waren Demonstranten gegen ein mögliches Endlager auf die Straße gegangen.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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