Attacken wohl aus Russland

Hacker verübten Cyber-Angriff auf deutsche Parteien

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Die Hacker verschickten eine Mail, die einen Link auf eine Spähsoftware enthielt.

Berlin - Parteien in Deutschland sind nach einem Medienbericht in diesem Sommer Ziel eines groß angelegten Hackerangriffs geworden. Die Attacken kamen wohl aus Russland.

Wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstag berichteten, erhielten Politiker und Mitarbeiter mehrerer Parteien im August E-Mails von einem vermeintlichen Absender aus dem Hauptquartier der Nato. Darin enthalten war ein Link, über den Spähsoftware auf den betroffenen Rechner gelangen konnte. Der Rechercheverbund berichtet unter Berufung auf Regierungsexperten, der Fall deute auf russische Hacker hin.

Anders als bei einem früheren Angriff auf den Bundestag waren demnach diesmal nicht nur Fraktionen im Parlament betroffen, sondern auch Teile der Parteien wie die Junge Union, die Bundesgeschäftsstelle der Linken oder die CDU im Saarland.

Bundesnachrichtendienst fiel der Angriff auf

Der Cyber-Angriff fiel der Nato und dem Bundesnachrichtendienst (BND) auf, sie warnten am 7. September das Abwehrzentrum des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). BSI-Präsident Arne Schönbohm warnte daraufhin am 9. September persönlich die Fraktionen im Bundestag.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war ein Spähangriff auf das Computernetz des Parlaments bekannt geworden. Damit hatten sich die Absender mit einer Adresse, die auf die UNO hinwies, getarnt. Experten vermuten, dass die Urheber des damaligen Angriffs aus Russland stammen. Auch der neue Fall deute nach Ansicht von Regierungsexperten auf russische Hacker hin, berichteten die drei Medien.

BSI-Chef Schönbohm bestätigte auf Anfrage von SZ, NDR und WDR, die Parteien über den neuen Hacker-Angriff informiert zu haben. "Vor dem Hintergrund der amerikanischen Ereignisse war es mir wichtig, dass sich die Parteien vor Ausspähung schützen", sagte er.

In den USA ist die Demokratische Partei mitten im Präsidentschaftswahlkampf Opfer eines Hackerangriffs geworden, in deren Folge die Parteiführung zeitweise in Bedrängnis geriet.

AFP

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