Bericht des Innenministeriums

Weniger Straftaten gegen Muslime - doch der Protest steigt

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Demonstranten laufen am 17.11.2014 in Dresden (Sachsen) durch die Innenstadt. Sie folgten einem Aufruf der Initiative "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (PEGIDA).

Berlin - Anschläge auf Moscheen, Gewalt gegen Muslime: Islamfeindliche Straftaten sind in Deutschland zurückgegangen. Doch der Protest gegen den Islam wächst.

Die Zahl islamfeindlicher Gewalttaten ist einem Bericht zufolge im ersten Halbjahr 2016 gegenüber den sechs Monaten davor bundesweit leicht zurückgegangen. Polizei und Verfassungsschutz hätten von Jahresbeginn bis Jahresmitte 29 Anschläge auf Moscheen oder tätliche Übergriffe auf Muslime gezählt, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion, aus der die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Donnerstagsausgabe) zitierte. Im zweiten Halbjahr 2015 seien es noch 44 Taten gewesen.

Unverändert hoch war demnach jedoch die Anzahl islamfeindlicher Proteste, die von der NPD, Pro-NRW oder Pegida-Bewegungen organisiert wurden. Der Regierungsantwort zufolge zählten die Behörden insgesamt 129 solcher Kundgebungen und Aufmärsche im ersten Halbjahr 2016. In den vorangegangenen sechs Monaten hatten Pegida, NPD und andere demnach insgesamt 113 islamfeindliche Proteste organisiert.

Die meisten islamfeindlichen Kundgebungen und Angriffe mit islamfeindlichem Hintergrund gab es den Zahlen zufolge bisher im vierten Quartal 2015 - also unmittelbar nachdem die Flüchtlingszahlen nochmals deutlich zugenommen hatten. "Rechtsextreme versuchen, in der Bevölkerung vorhandene Ängste zu mobilisieren und pauschal sämtliche Muslime als Feinde darzustellen", sagte die Linken-Politikerin Ulla Jelpke der Zeitung.

dpa

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