Walpurgisnacht

Berlin startet entspannt ins 1.-Mai-Wochenende

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Es bleibt weitgehend friedlich: Polizisten bei einer Demonstration in Berlin zur Walpurgisnacht. Foto: Wolfram Kastl

Berlin - So entspannt war es schon lange nicht mehr in der Walpurgisnacht in Berlin. Menschen feiern oder demonstrieren, die Polizei zeigt gute Laune. Bleibt es auch am 1. Mai so friedlich?

Nach einer weitgehend störungsfreien Walpurgisnacht hofft Berlin auf einen friedlichen 1. Mai. Die Polizei hat rund 6500 Beamte für einen sicheren Feiertag in der Hauptstadt aufgeboten. Zum traditionellen Straßenfest "Myfest" in Kreuzberg werden wieder Tausende Besucher erwartet.

Am Abend sollte die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" starten. Die Linksautonomen waren vor Gericht mit der Forderung gescheitert, mit ihrer Demo durch das "Myfest" zu ziehen. Sie müssen das Straßenfest und das Zentrum des Stadtteils umgehen.

Die Linksautonomen wollen aber trotz des Verbots auf ihrer geplanten Strecke entlang der Oranienstraße demonstrieren. Bis zu 20 000 Teilnehmer werden zu dem Zug erwartet, der auch durch Mitte und Neukölln führen soll. Von diesem Protest war wiederholt Gewalt ausgegangen, die jedoch in den letzten Jahren abnahm.

Beim "Myfest" geht es für die Polizei darum, eine Überfüllung wie im vergangenen Jahr zu verhindern. Es sollen keine kritischen Situationen entstehen. Glasflaschen dürfen laut Polizei nicht mitgebracht werden.

Seit 1987 brach am 1. Mai in Berlin besonders in der Dunkelheit immer wieder Gewalt aus. 2009 wurden fast 500 Polizisten verletzt, 2015 waren es in der Walpurgisnacht und am Abend des 1. Mai noch 41. Im Vorjahr waren an beiden Tagen 53 Randalierer festgenommen worden. Nun vermeldete die Polizei für die Walpurgisnacht nur einige kurzzeitige Freiheitsbeschränkungen, jedoch bislang keine Festnahmen.

Ein Protestzug gegen steigende Mieten mit etwa 2300 Teilnehmern im Wedding verlief am Samstagabend laut Polizei nahezu störungsfrei. Vereinzelt wurden aber Böller und Signalfeuer gezündet. Eine Demonstration in Nord-Neukölln für den Erhalt eines Kiezladens mit mehreren Hundert Teilnehmern blieb ebenfalls ruhig.

Tausende Menschen feierten entspannt in den 1. Mai. Im Mauerpark galt für die Walpurgisnacht erstmals seit Jahren kein Verbot von Flaschen mehr, die früher auch als Wurfgeschosse gegen Polizisten eingesetzt wurden. Im Park durften kleinere Feuer entzündet werden. Polizeisprecher Stefan Redlich sagte, die Beschränkungen würden nicht mehr gebraucht. "Es ist immer besser geworden."

Auch Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich "sehr zufrieden". Die Hauptstadt-Polizei setzt auf eine Doppelstrategie aus Gesprächen und hartem Durchgreifen bei Gewaltausbrüchen. Sie wird am 1. Mai auch von Bundespolizisten und Kräfte aus anderen Bundesländern unterstützt.

dpa

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