Blackwater-Gründer baut geheime Söldner-Armee am Golf auf

Abu Dhabi - Der Gründer der umstrittenen US-Sicherheitsfirma Blackwater baut einem Medienbericht zufolge in Abu Dhabi eine Söldner-Armee auf. Diese soll unter anderem Bürger- und Gastarbeiter-Revolten niederschlagen.

Erik Prince, Milliardär und Gründer der skandalumwitterten amerikanischen Sicherheitsfirma Blackwater, baut im Golf-Emirat Abu Dhabi eine geheime Söldner-Armee auf. Der auf 800 Mann angelegte Trupp mit Männern hauptsächlich aus Kolumbien und Südafrika sei eine fixe Idee des Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan, schreibt die “New York Times“ in ihrer Sonntagsausgabe. Scheich Mohammed ist zugleich auch der stellvertretende Kommandeur der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen Abu Dhabi gehört.

Die Geheim-Armee soll Kommandoaktionen im In- und Ausland ausführen, Öl-Pipelines und Wolkenkratzer vor Terrorangriffen schützen und Bürger- und Gastarbeiter-Revolten niederschlagen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Dokumente, die ihr zugespielt wurden, und Aussagen ehemaliger Angehöriger des Trupps. Sie soll auch bei einem eventuellen Konflikt mit dem Iran zur Verfügung stehen. Kronprinz Mohammed und andere VAE-Führer hätten demnach wenig Vertrauen in die Schlagkraft der eigenen Streitkräfte.

Prince selbst taucht in offiziellen Verträgen und anderen Dokumenten nicht auf, sei aber eindeutig die treibende Kraft hinter dem im Vorjahr begonnenen, 529 Millionen Dollar (374,9 Millionen Euro) schweren Projekt. Seine Sicherheitsfirma Blackwater hatte sich als Vertragspartner der US-Armee im besetzten Irak einen zweifelhaften Ruhm erworben. Ihre Söldner gingen häufig mit äußerster Brutalität vor. Ihre Aktionen schienen sich auch jeglicher Kontrolle und juristischer Ahndung zu entziehen. Beim schlimmsten Zwischenfall dieser Art erschossen Blackwater-Männer im Jahr 2007 in Bagdad 17 irakische Zivilisten.

Prince verkaufte in der Folge das Unternehmen, das sich in Xe umbenannte. In Abu Dhabi sieht der 41-jährige Amerikaner, den auch eine private Freundschaft mit Scheich Mohammed verbindet, nun offenbar Potenzial für neue Millionen-Geschäfte. Stationiert ist seine Geheim-Armee in einem abgetrennten Teil des VAE-Militärlagers Zayed Military City in der Wüste außerhalb der Stadt Abu Dhabi. Der Aufbau verlief allerdings bislang schleppender als gedacht. Ende März hätte die Kampfstärke von 800 Mann erreicht sein sollen, stattdessen waren es 580 Mann.

Grundsätzlich werden keine Muslime angeworben - schließlich würde die Armee künftig gegebenenfalls auch auf Muslime schießen müssen. Die Rekrutierung in Kolumbien erwies sich jedoch als zweischneidiges Schwert: etliche der Möchtegern-Söldner hatten noch nie eine Waffe in der Hand gehalten und kämpften mit Drogenproblemen. Aber auch die wegen der Geheimhaltung erforderliche Kasernierung im Wüsten-Camp zehre an Moral und Ausdauer des Söldnertrupps, hieß es.

dpa

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