Britische Liberale verhandeln mit Labour

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Nach der Rücktritts-Ankündigung von Premierminister Gordon Brown als Chef der Labour-Partei warten die Briten gespannt auf die nächsten Schritte für eine Regierungsbildung.

London - Die Regierungsbildung in Großbritannien ist wieder offen. Die Liberaldemokraten verhandeln nicht nur mit den konservativen Tories, sondern auch mit der Labour-Partei. 

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Nach der Rücktritts-Ankündigung von Premierminister Gordon Brown als Chef der Labour-Partei warten die Briten gespannt auf die nächsten Schritte für eine Regierungsbildung. Die Liberaldemokraten verhandeln nun auch mit Browns Labour-Partei über eine mögliche Koalition. Daneben laufen aber auch noch Gespräche mit den konservativen Tories von David Cameron, die bei der Parlamentswahl in der vergangenen Woche stärkste Partei geworden waren.

Liberale: Forderung nach "richtiger" Koalition mit Tories

Brown hatte am Montag angekündigt, bis spätestens September als Chef der Sozialdemokraten zurückzutreten. Damit machte er den Weg für eine alternative Koalition zwischen Labour und den Liberalen frei. Deren Chef Nick Clegg hatte vor der Wahl betont, mit Labour nicht zu koalieren, wenn Brown weiter an deren Spitze stehe. Brown könnte jedoch vorübergehend weiter Premier bleiben.

Im Poker um die Macht werden die Liberalen nun vermutlich von den Tories eine “richtige“ Koalition fordern, in der sie auch Ministerposten besetzen. Die Konservativen hatten den “Lib Dems“ kurz nach Browns Ankündigung schon eine Volksabstimmung über eine Wahlrechtsreform in Aussicht gestellt; eine zentrale Forderung der Liberalen im Wahlkampf.

Labour und Liberale ohne absolute Mehrheit

In der Nacht zum Dienstag trafen sich jedoch schon hochrangige Labour-Minister mit den Liberalen. Die Gespräche seien “konstruktiv“ gewesen, hieß es danach. Hindernis für eine Labour-“Lib Dems“- Koalition könnte jedoch sein, dass ein möglicher neuer Premierminister aus Reihen der Labour-Partei genauso wie Brown nicht vom Volk bestätigt ist. Brown war im Juni 2007 Tony Blair gefolgt, ohne dass es eine Wahl gegeben hatte. Hinzu kommt, dass Labour und die Liberalen zusammen auch nicht auf die absolute Mehrheit der Sitze im Unterhaus kommen und die Unterstützung kleinerer Parteien brauchen.

Bei der Unterhaus-Wahl am vergangenen Donnerstag hatten die Tories als stärkste Kraft die absolute Mehrheit verfehlt, Labour hatte so viele Stimmen wie seit Jahrzehnten nicht mehr verloren.

Eine weitere Alternative ist auch noch eine Minderheitsregierung der Tories, bei der sie sich von regionalen Parteien aus Schottland, Wales und Nordirland dulden lassen könnten.

dpa

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