Brüderle verteidigt Atompläne

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Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) verteidigt die Kernenergie als "Brücke" ins Zeitlalter regenerativer Energien.

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat Kritik an der geplanten Atomlaufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre zurückgewiesen. Der Weg zur Öko-Energie sei eine "lange Kletterpartie".

“Der Weg in das regenerative Zeitalter führt nur über eine Brücke - und die heißt Kernenergie“, sagte Brüderle bei einer Energiekonferenz am Montag in Berlin.

Es gelte, sich nicht von Ideologie und Einzelinteressen leiten zu lassen. Ohne Kernenergie könne eine sichere und ökonomisch sinnvoll Energieversorgung vorerst nicht gewährleistet werden. Er habe keinen Zweifel daran, dass das Laufzeitplus ohne Zustimmung des Bundesrats rechtlich möglich ist. “Das Atomrecht ist Sache des Bundes.“

Mit Blick auf die umstrittenen Energiepläne der Regierung betonte Brüderle: “Wir brauchen einen ordnungspolitischen Kompass“. Auch mit dem Geld aus der Laufzeitverlängerung werde der Umbau hin zu einer Versorgung mit Öko-Energien gewährleistet. “Das ist kein Sonntagsspaziergang, sondern eine lange Kletterpartie.“

Die Bundesregierung werde dafür drei Milliarden Euro jährlich zur Verfügung stellen. Es gelte, Speicher und bessere Netze zu bauen, um den Windstrom von der Küste abzutransportieren und um überschüssige Öko-Energie bei weniger Wind und Sonne zu speichern. Ein riesiges Potenzial gebe es bei der Energieeffizienz - fast die Hälfte der verbrauchten Energie werde für das Heizen und Warmwasser verwendet.

“Der Gewinner des Energiekonzeptes ist unser Land“, sagte Brüderle. Der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler, betonte, neue Speichertechnologien seien eine der größten energiepolitischen Herausforderungen. In Zukunft gebe es zum Beispiel immer mehr Sonnentage, an denen mehr Energie produziert werde, als die Bürger verbrauchen.

Durch den Ausbau der Photovoltaik und der Windenergie müsse zudem die Stromleitungsinfrastruktur angepasst werden. “Die Sonne scheint häufig dann, wenn wir sie nicht brauchen“, sagte Kohler. Deshalb müsse eine intelligente Kopplung von Verbrauch, Erzeugung und Speicherung auf den Weg gebracht werden. Ende des Jahres will die dena eine neue Studie zum deutschen Stromnetz vorstellen - darin dürfte auch der neue Leitungsbedarf beziffert werden, um immer mehr Öko-Energien zu den Verbrauchern zu transportieren.

dpa

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