Buback-Mord: Neuer Anwalt für Opferfamilie

+
Siegfried Buback wurde 1977 in Karlsruhe ermordet.

Stuttgart - Im Verfahren gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker hat Nebenkläger Michael Buback seinen Anwalt gewechselt. Der Advokat hatte kürzlich auch ein Mandat in einem anderen brisanten Fall.

 Buback wird künftig von dem Waiblinger Rechtsanwalt Jens Rabe vertreten. Das sagte Rabe der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des SWR. Rabe hatte im Prozess um den Amoklauf von Winnenden Angehörige von Opfern vertreten.

“Die Familie Buback hat ein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren, wer für den Mord am Generalbundesanwalt verantwortlich ist“, sagte Rabe. Buback glaubt, dass die Angeklagte Verena Becker als Schützin unmittelbar an dem Mordanschlag auf seinen Vater, den Generalbundesanwalt Siegfried Buback, im Jahr 1977 beteiligt war. Die Bundesanwaltschaft hat Becker hingegen nur wegen ihrer mutmaßlichen Rolle bei der Planung und Organisation des Anschlags als Mittäterin angeklagt. Buback war bislang von dem Frankfurter Strafverteidiger Ulrich Endres vertreten worden.

RAF-Morde: Bilder vom Prozess gegen Verena Becker

RAF-Morde: Bilder vom Prozess gegen Verena Becker

Mit Sonnenbrille betritt Verena Becker den Gerichtssaal. © dpa
Die Bundesanwaltschaft wirft der 58 Jahre alten Angeklagten vor, an der Ermordung Siegfried Bubacks und seiner zwei Begleiter am 7. April 1977 beteiligt gewesen zu sein. © dpa
Der Medienandrang beim Prozess ist groß. © dpa
Laut Anklage soll Becker maßgeblich an der Entscheidung für den Mordanschlag, an dessen Planung und der Verbreitung der Bekennerschreiben mitgewirkt haben. © dpa
Michael Buback, Siegried Bubacks Sohn, fährt am Donnerstag (30.09.2010) in Stuttgart in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim. © dpa
Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat 17 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember angesetzt. © dpa
Das RAF-Logo ist am Donnerstag (30.09.2010) in Stuttgart an einem Zaun vor der Mehrzweckhalle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim auf einem Plakat zu sehen, das Symphatisanten kurz zuvor dort aufgehängt hatten. © dpa
Bis heute ist ungeklärt, welches RAF-Mitglied bei dem Attentat in Karlsruhe die tödlichen Schüsse auf den 57-jährigen Buback und dessen zwei Begleiter - den 30-jährigen Fahrer Wolfgang Göbel und den 43-jährigen Justizwachtmeister Georg Wurster - abgefeuert hat. © dpa
Ein Mann steht in Stuttgart vor der Mehrzweckhalle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim, in der sich das Oberlandesgericht Stuttgart befindet. © dpa
Verena Becker (M) steht zusammen mit ihren Anwälten Hans Wolfgang Euler (l) und Walter Venedey (r) im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Stuttgart in Stuttgart-Stammheim. © dpa
Im Zusammenhang mit dem Buback-Attentat wurden in den 80er Jahren die RAF-Mitglieder Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar und Knut Folkerts wegen Mordes verurteilt - allerdings lediglich als “Mittäter“. © dpa
Auch Becker war wegen einer anderen Tat bereits zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt und 1989 begnadigt worden. © dpa

dpa

Meistgelesene Artikel

„Ist wirklich passiert“: Putin überstand laut ukrainischem Geheimdienst Attentat nach Kriegsbeginn
POLITIK
„Ist wirklich passiert“: Putin überstand laut ukrainischem Geheimdienst Attentat nach Kriegsbeginn
„Ist wirklich passiert“: Putin überstand laut ukrainischem Geheimdienst Attentat nach Kriegsbeginn
Netanjahu: Entweder Israel oder Hamas
POLITIK
Netanjahu: Entweder Israel oder Hamas
Netanjahu: Entweder Israel oder Hamas
Vogel: Verheiratete Männer sollen Priester werden
POLITIK
Vogel: Verheiratete Männer sollen Priester werden
Vogel: Verheiratete Männer sollen Priester werden
Krieg in Bergkarabach: Unerwartete Wende - Armenien macht Aserbaidschan Zugeständnisse
POLITIK
Krieg in Bergkarabach: Unerwartete Wende - Armenien macht Aserbaidschan Zugeständnisse
Krieg in Bergkarabach: Unerwartete Wende - Armenien macht Aserbaidschan Zugeständnisse

Kommentare