Stimmen und Reaktionen nach Wahl

CDU überragt: "Heute können wir froh sein"

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Angela Merkel ist für das überragende Ergebnis der CDU verantwortlich.

Berlin - Es war ihr Wahlkampf, sie war Programm: Angela Merkel hat die CDU wieder in ersehnte Höhen gehievt. Wie sie eine neue Regierung bilden kann, war aber vorerst ungewiss. Alles schien zunächst möglich - nur nicht Schwarz-Gelb.

„Bisschen aufgeregt ist man natürlich auch“, hatte Angela Merkel noch am Vortag gesagt. Als die Kanzlerin am Sonntag eine Dreiviertelstunde nach Schließung der Wahllokale auf die Bühne der völlig überfüllten CDU-Zentrale kommt, ist der Jubel riesig. „Heute können wir echt froh sein“, sagt Merkel und winkt leicht mit der Hand. Triumphierende Gesten zeigt die 59-Jährige selbst im Moment ihres wohl größten Sieges nicht. Dabei hat die Union ersten Hochrechnungen zufolge erstmals seit langen Jahren wieder die magische 40-Prozent-Marke geknackt. In die Karten schauen lassen will sich die CDU-Chefin im Trubel des Abends aber noch nicht.

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„Es ist zu früh, genau zu sagen, wie wir vorgehen“, sagt Merkel. Auf der Bühne steht sie nicht allein, gekommen sind auch ihre Vize- Vorsitzenden Armin Laschet, Ursula von der Leyen, Thomas Strobl, Generalsekretär Hermann Gröhe, Unionsfraktionschef Volker Kauder und Gerda Hasselfeldt von der CSU - und als sehr seltener Gast ihr Mann Joachim Sauer, der an der Seite steht. Merkel dankt auch ihm. Und auch er wird frenetisch beklatscht. Wie immer scheint ihn das eher verlegen zu machen.

Jubel und Entsetzen: Die Bundestagswahl 2013

Jubel und Entsetzen: Die Bundestagswahl 2013

Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. Herausforderer Peer Steinbrück gratuliert vor der Berliner Runde. © AFP
Am Sonntag, den 22. September, wählte Deutschland den neuen Bundestag. Die Wahlbeteiligung war höher als 2009. © dpa
CDU-Anhänger jubeln in der Parteizentrale in Berlin nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen © dpa
CDU-Anhänger jubeln in der Parteizentrale in Berlin © dpa
CDU-Anhänger jubeln in der Parteizentrale in Berlin © dpa
Gäste in der CDU-Geschäftsstelle in Düsseldorf © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Parteizentrale in Berlin © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Parteizentrale in Berlin © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Parteizentrale in Berlin © dpa
In der Parteizentrale der SPD warteten die Anhänger auf die ersten Hochrechnungen © dpa
In der Parteizentrale der SPD warteten die Anhänger auf die ersten Hochrechnungen © dpa
SPD-Anhänger reagieren auf die ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl 2013 © dpa
SPD-Anhänger reagieren auf die ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl 2013 © dpa
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in der Parteizentrale in Berlin © dpa
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in der Parteizentrale in Berlin © dpa
Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen in der Columbiahalle in Berlin © dpa
Nicht zufrieden mit den ersten Hochrechnungen: Die Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt. © dpa
Bundesvorsitzende Claudia Roth und Cem Özdemir © dpa
Entsetzte Gesichter auf der Wahlparty der FDP © dpa
Entsetzte Gesichter auf der Wahlparty der FDP © dpa
Entsetzte Gesichter auf der Wahlparty der FDP © dpa
Enttäuschte Gesichter auf der Wahlparty der FDP © dpa
Geisterstimmung bei der FDP. © dpa
Enttäuschte Geischter bei der FDP (ehemalige FDP-Vorsitzende  Wolfgang Gerhardt (r) und Kabarettist Dieter Hallervorden) © dpa
FDP-Bundesvorsitzender Philipp Rösler © dpa
FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle (l) im Berlin Congress Center mit Parteichef Philipp Rösler. © dpa
FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle (l) im Berlin Congress Center mit Parteichef Philipp Rösler. © dpa
Jubel bei den Linken © dpa
Jubel bei den Linken © dpa
Die Vorsitzenden der Partei Die Linke, Bernd Riexinger (l-r) und Katja Kipping, und der Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion Gregor Gysi © dpa
Die Piraten © dpa
Marina Weisband, die ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei © dpa
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © dpa
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © dpa
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © dpa
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © dpa
Kanzlerin Merkel hat einen überwältigenden Sieg für die CDU eingefahren. © AFP

Angeschwollen ist Jubel wie in einer Fankurve schon um Punkt 18.00 Uhr, als der schwarze Balken der Union in den ersten Prognosen auf den TV-Bildschirmen weit nach oben steigt. „Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht geseh'n“, singen junge Aktive in den orangefarbenen Shirts des „teAM Deuschland“, das bis in die letzten Wahlkampfstunden unterwegs war - für AM wie Angela Merkel.

Der Wahlkampf war komplett auf sie zugeschnitten. Die populäre Kanzlerin sollte es richten - und hat geliefert. Die Union ist mit weitem Abstand stärkste Kraft geworden. Seit 1990 mit damals 43,8 Prozent sind CDU und CSU im Bund nicht mehr so stark gewesen, damals hieß der Kanzler Helmut Kohl. „Das ist für die CDU ein Tag, wie wir ihn seit Jahren nicht mehr gehabt haben“, sagt Laschet in Fernsehkameras. „Fantastisch“, schwärmt von der Leyen.

Die für die Mitglieder so enttäuschenden 33,8 Prozent von 2009 hat Merkel wett gemacht. Die Frage war am frühen Sonntagabend aber, was dies für eine künftige Bundesregierung bedeuten wird. Merkel hat das Heft das Handels in der Hand. Nach den Hochrechnungen kurz nach 19.00 Uhr scheint sogar eine absolute Mehrheit der Mandate möglich.

Den CDU-Wahlkampfslogan „Gemeinsam erfolgreich“ konnte Merkel nicht auf ihre schwarz-gelbe Koalition ummünzen - sie war allein erfolgreich. Dabei waren die Liberalen der erklärte Wunschpartner, wie schon 2009. Damals an die FDP verlorene Stimmen dürften CDU und CSU nun zu großen Teilen wieder zurückgeholt haben. Also gegebenenfalls ein neues Bündnis mit der SPD? Oder Schwarz-Grün? Als in den Prognosen zu Beginn des Abends das schwächere Ergebnis der Grünen erwähnt wurde, brandete jedenfalls noch einmal Extra-Jubel auf im Atrium des Konrad-Adenauer-Hauses.

Wenn es nun an Koalitionsgespräche gehen soll, müssen aber auch die Schwesterparteien CDU und CSU ihr Verhältnis justieren. Auch das Selbstbewusstsein der CSU ist mächtig gestiegen, seitdem sie bei der Landtagswahl vor einer Woche die Alleinregierung in Bayern zurückerobern konnte. Nach der ersten Bayern-Hochrechnung vom Sonntagabend hat sie im Freistaat bei der Bundestagswahl sogar 50 Prozent geholt. Nach den obligatorischen Beteuerungen der Geschlossenheit im Wahlkampf stehen zwischen Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer jetzt jedenfalls einige Klärungen an.

Ausgerechnet die beiden Spitzenleute höchstpersönlich haben dafür gesorgt, dass sich ein altbekanntes Thema zu einer heiklen Frage der Glaubwürdigkeit hochschaukelte. Die bayerischen Wähler im Blick, versprach Seehofer ultimativ, im Bund keinen Koalitionsvertrag ohne eine Pkw-Maut für Ausländer zu unterzeichnen. Merkel hielt den Ball lange flach, sah sich dann aber doch genötigt, ebenso ultimativ dagegenzuhalten: „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben.“ Wie eine von Merkel angekündigte Lösung aussehen könnte, ist ungewiss.

Einträchtig hohe Priorität legen CDU und CSU besonders auf ein Anliegen, das in der schwarz-gelben Koalition nicht zustande kam: Rentenverbesserungen für Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben.

So strahlend Merkels Unionsergebnis bei der Bundestagswahl auch war - es könnte eine dritte Kanzlerschaft werden, die sie zum Nachdenken über den besten Zeitpunkt für einen Ausstieg bewegt - wenn sie selbstbestimmt aufhören und sich nicht abwählen lassen will.

dpa

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