Bundeswehr: Freiwilligen-Zahl auf Rekordtief

Berlin - Zwei Jahre nach Einführung des freiwilligen Wehrdienstes in Deutschland ist die Zahl der Freiwilligen auf ein Rekordtief gestürzt. Doch das Verteidigungsministerium bleibt gelassen.

Das Verteidigungsministerium ist mit dem Interesse junger Menschen am freiwilligen Wehrdienst zufrieden. Angesichts anderslautender Berichte sagte Ministeriumssprecher Stefan Paris am Freitag in Berlin, man müsse zur Einschätzung der Lage die Entwicklung der Bewerbungen während eines Gesamtjahres betrachten.

Danach sei man sowohl mit den Bewerbungen für den freiwilligen Wehrdienst zufrieden als auch mit denen für Zeit- und Berufssoldaten. Die Stärke liege nach der Bundeswehrreform bei 170.000 Soldaten und zusätzlich 5000 freiwillig Wehrdienstleistenden. 2012 habe es 20.000 Bewerbungen für den freiwilligen Wehrdienst gegeben, 9800 seien eingestellt worden. Zur Zeit leisteten 8700 Menschen freiwillig Wehrdienst.

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ/Freitag) hatte zuvor berichtet, dass die Zahl der Freiwilligen zwei Jahre nach Einführung des freiwilligen Wehrdienstes auf ein Rekordtief gesunken sei. Nur 615 freiwillig Wehrdienstleistende hätten im laufenden Quartal ihren Dienst angetreten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Das seien 60 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Freiwillig Wehrdienstleistende können sich für 7 bis 23 Monate verpflichten. Nach jüngsten Zahlen des Ministeriums steigen bis zu 30 Prozent der Freiwilligen während der sechsmonatigen Probezeit wieder aus. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte mit dem Aussetzen der Wehrpflicht im Juli 2011 als Ziel 5.000 bis 12 500 Freiwillige ausgegeben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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