Bundeswehr soll kräftig schrumpfen

Berlin - Die Bundeswehr soll deutlich schrumpfen: Die Verteidigungsexperten von Union und FDP im Bundestag halten eine Stärke von rund 190 000 Soldaten für sinnvoll. Bisher sind es etwa 240 000 Soldaten.

Die Bundeswehr soll nach dem Willen der Experten der Koalitionsfraktionen drastisch von rund 240 000 auf 190 000 Soldaten verkleinert werden. Dafür sprachen sich die Unions- Verteidigungspolitiker und FDP-Sicherheitspolitikerin Elke Hoff aus. Nur so sei “sichergestellt, dass sich die Bundeswehr auch künftig auf Augenhöhe mit unseren Partnern Frankreich und Großbritannien befindet“, heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden der Fraktionsarbeitsgruppe Verteidigung , Ernst-Reinhard Beck (CDU), die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Hoff wertete dies positiv. Verteidigungsminister Karl-Theodor Guttenberg (CSU) will die Truppe im Zuge der Bundeswehrreform auf bis zu 163 500 Soldaten verkleinern, er sieht aber Spielraum nach oben. Die Höchstgrenze liegt für ihn bei 195 000 Soldaten.

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Mehr als 180 000 Berufs- und Zeitsoldaten sowie 15 000 Freiwillige hält er für unrealistisch. Auch Generalinspekteur Volker Wieker hat bereits erklärt, dass die Truppenstärke “die 180 000 nicht signifikant unterschreiten wird“. Die Aussetzung der Wehrpflicht wird voraussichtlich auf dem CDU- Parteitag in Karlsruhe am Montag besiegelt. Die CSU hatte vor zwei Wochen zugestimmt. In den nächsten Wochen müssen sich Union und FDP auf eine Truppenstärke verständigen, die Grundlage für die weiteren Reformschritte sein wird. Beck betonte, ihm gehe es nicht in erster Linie um Zahlen, sondern um Fähigkeiten. “Wir sind insbesondere der Meinung, dass die Bundeswehr als primär landgestützte Armee auch in Zukunft ein starkes Heer benötigt.“

Bei der Luftwaffe sei eine Stärkung der Transportfähigkeiten und des Eigenschutzes nötig. Bei der Marine dürfe “kein weiterer Fähigkeitsabbau“ erfolgen. Auch die Streitkräftebasis dürfe nicht über Gebühr verkleinert werden. “Insgesamt summieren sich die notwendigen Fähigkeiten auf einen realistischen Gesamtumfang von 190 000 Soldaten.“ Hoff sagte, die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr für den Schutz Deutschlands sowie die Bündnisfähigkeit in der NATO müssten auch bei einer Verkleinerung erhalten bleiben. Deshalb sei eine Reduzierung des Umfangs auf etwa 190 000 Soldaten vertretbar. “Die FDP- Bundestagsfraktion will eine Bundeswehr, die auch den sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft mit der nötigen Flexibilität gerecht werden kann.“

dpa

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