Cain gibt auf und greift zu "Plan B"

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Herman Cain

Washington - Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Herman Cain wirft nach einer Serie von Negativ-Schlagzeilen das Handtuch.

Er werde aus dem Rennen der Republikaner um die Kandidatur ausscheiden, sagte der politisch unerfahrene Ex-Chef einer Pizzakette am Samstag in Atlanta. Erneut wies er alle Vorwürfe wegen ehelicher Untreue und sexueller Belästigung kategorisch zurück. Cain war zeitweise Favorit der Republikaner im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gewesen. Wer damit 2012 bei den Wahlen gegen Präsident Barack Obama antritt ist weiterhin völlig offen.

Statt Obama herauszufordern, wolle er jetzt zum “Plan B“ greifen, sagte Cain. Er wolle Washington “von außen her verändern“, meinte er vor Unterstützern. “Ich werde mich nicht mundtot machen lassen und ich werde nicht verschwinden“. Er werde in Kürze bekanntgeben, welchen Präsidentschaftsbewerber er unterstützen werde. Wörtlich sprach Cain von einer Unterbrechung seiner Kampagne.

Cain reagierte damit auf jüngste Berichte, wonach er etwa 13 Jahre lang eine außereheliche Affäre gehabt haben soll. Außerdem hatten ihm vier Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Erneut wies er am Samstag alle Vorwürfe zurück. Sie seien falsch und unbewiesen. “Ich bin in Frieden mit meinem Gott, im Frieden mit meiner Ehefrau und sie ist im Frieden mit mir.“

Vor allem mit seinem Plan, das Steuersystem drastisch zu vereinfachen, machte Cain Furore. Doch in den vergangenen Wochen gingen seine Popularitätswerte stark zurück.

Jetzt gelten der ehemalige Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, sowie Ex-Gouverneur Mitt Romney als Favoriten bei den Republikanern. Die Vorwahlen der Republikaner zur Kandidatenwahl beginnen Anfang Januar, die Präsidentenwahlen sind am 6. November 2012.

dpa

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss nicht für immer das Ende seiner politischen Karriere bedeuten. Mehrfach verzichteten Politiker nach einem Fehlverhalten auf Spitzenämter, tauchten aber irgendwann wieder auf: © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Otto Wiesheu: Als CSU-Generalsekretär verursachte er 1983 betrunken einen tödlichen Verkehrsunfall auf der Autobahn. Er wurde zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Wiesheu arbeitete zunächst bei der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. 1990 wurde er Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium, 1993 Verkehrsminister Bayerns. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Franz Josef Strauß: Der damalige Bundesverteidigungsminister trat 1962 wegen der Spiegel-Affäre zurück. Der CSU-Politiker schien politisch am Ende, doch die Partei hielt zu ihm. 1966 wurde er Bundesfinanzminister, 1978 Ministerpräsident in Bayern und 1980 sogar Kanzlerkandidat der Union. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Wolfgang Schäuble: Der heutige Bundesfinanzminister stürzte im Jahr 2000 wegen der CDU-Spendenaffäre um den Waffen-Lobby­isten Schreiber. Er zog sich in die zweite Reihe zurück. 2005 dann das Comeback: Er wurde zum Bundesinnenminister ernannt, 2009 zum Finanzminister. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Cem Özdemir: Der Grünen-Politiker legte 2002 sein Amt als innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion nieder, nachdem ein Billigkredit des PR-Beraters Moritz Hunzinger sowie privat genutzte Bonusmeilen für Empörung gesorgt hatten. 2008 wurde er Vorsitzender der Partei - gemeinsam mit Claudia Roth. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Gregor Gysi: Auch Gregor Gysi trat im Jahr 2002 im Rahmen einer Bonusmeilen-Affäre von seinen politischen Ämtern zurück. 2005 trat er als Spitzenkandidat für die Linkspartei bei der Bundestagswahl an und ist seither wieder Bundestags-Abgeordneter. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Franz Josef Jung: Ihm wurden die Finanzen der CDU zum Verhängnis. Als hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Hessischen Staatskanzlei wurde Jung in der hessischen Spendenaffäre der CDU zum "Bauernopfer" und trat 2000 zurück. 2005 wurde Jung von Kanzlerin Merkel als Bundesminister der Verteidigung berufen. © dpa
Politiker-Comebacks nach Rücktritt
Jürgen W. Möllemann: Der verstorbene Jürgen W. Möllemann (FDP) musste im Jahr 1993 nach der "Briefbogen-Affäre" von seinem Amt als Wirtschaftsminister und Vizekanzler zurücktreten. Er hatte auf dem Briefbogen des Ministeriums für Produkte eines Verwandten geworben. Im Jahr 2000 schaffte es die FDP unter der Führung von Möllemann mit einem erfolgreichen Wahlergebnis wieder in den Landtag. © dpa

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