CDU-Mittelstandsvereinigung

Rüge für Rentenpläne der Regierung

Berlin - Die Rentenpläne der großen Koalition stoßen auch in den eigenen Reihen auf Kritik. Vor allem von Seiten der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union kommen kritische Töne.

"Die Sorge, dass eine neue Frühverrentungswelle auf uns zu rollt, bekommt durch den Gesetzentwurf neue Nahrung", sagte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Carsten Linnemann (CDU), der "Welt" (Freitagsausgabe). Zudem monierte er, dass die geplante Mütterrente auch langfristig größtenteils von den Beitragszahlern finanziert werden soll. Die Konsequenz daraus sei, dass "stärkere Beitragssatzerhöhungen" unumgänglich seien. Der Vize-Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Oswald Metzger (CDU), kritisierte die Pläne gegenüber "Handelsblatt Online" als "Füllhornpolitik".

Auch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, rügte die Reform. "Erstmals nach über 20 Jahren verantwortlicher Rentenpolitik kommt es wieder zu einer massiven und nicht begründeten Leistungsausweitung, und die Rente mit 67 wird zumindest signalhaft zurückgenommen", sagte Hüther "Handelsblatt Online". Die abschlagsfreie Rente mit 63 nannte Hüther "ein fatales Signal in einer so stark alternden Gesellschaft". Die Potenziale des Alters für Wirtschaft und Gesellschaft würden dadurch gemindert.

Die Pläne von SPD und CDU sehen vor, bis zum 1. Juli die Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder, die abschlagsfreie Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren und eine verbesserte Erwerbsminderungsrente einzuführen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte dazu einen Referentenentwurf vorgelegt, der zunächst in die Ressortabstimmung gegeben wurde. Er soll am 29. Januar im Kabinett beraten werden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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