"Chemie-Ali" erneut zum Tode verurteilt

Al-Madschid
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Es ist bereits das vierte Todesurteil, das gegen Al-Madschid gefällt wurde.

Bagdad - Der einst als “Chemie-Ali“ berüchtigte Cousin des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein ist am Sonntag erneut zum Tode verurteilt worden.

In dem Prozess gegen den früheren irakischen Minister und General Ali Hassan al-Madschid (69) ging es um das Massaker in der kurdischen Stadt Halabdscha im Nordirak, bei dem 1988 rund 5000 Menschen qualvoll durch Giftgas starben. Es war bereits das vierte Todesurteil gegen Al-Madschid, der seit Mitte 2003 im Gefängnis sitzt. Zuvor war er wegen Niederschlagung eines Aufstands im Jahr 1999, wegen Völkermordes an den Kurden und wegen seiner Beteiligung an der Unterdrückung rebellierender Schiiten nach dem Golfkrieg 1991 zum Tod durch den Strang verurteilt worden.

Al-Madschid war als Minister, Kommandeur und Berater Saddams eine Schlüsselfigur des 2003 durch US-Truppen gestürzten Regimes. Auf der amerikanischen Liste der meistgesuchten Iraker hatte er auf dem fünften Platz rangiert. Er war im August 2003 gefasst und in ein US- Militärgefängnis im Irak gebracht worden. Saddam Hussein wurde Ende 2006 hingerichtet, “Chemie-Ali“ war ihm bis zuletzt treu ergeben.

Der oberste irakische Kriminalgerichtshof verurteilte am Sonntag außerdem zwei frühere irakische Geheimdienstchefs und den ehemaligen Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmed zu Haftstrafen zwischen zehn und 15 Jahren, wie die Nachrichtenagentur Aswat-al-Irak berichtete.

dpa

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