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CSU-Minister Schmidt findet: Kirchen mischen sich zu sehr ein

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt © dpa

Christian Schmidt will die Kirchen in die Schranken weisen: Sie sollten sich um Themen wie Abtreibung und Sterbehilfe zu kümmern - und sich weniger in die Flüchtlingspolitik einmischen.

Berlin - Jahrzehntelang galt das Band zwischen CSU und der Kirche als unzertrennbar. Nun legt sich CSU-Politiker Christian Schmidt mit den Kirchen an: Dem geschäftsführenden Bundeslandwirtschaftsminister mischen sich die Kirchen zu sehr in die Flüchtlingsdebatte ein. 

Derzeit würden tagespolitische Probleme wie Fragen von Flucht und Migration häufig stärker thematisiert als christliche Werte und deren Wurzeln, sagte Schmidt der Rheinischen Post vom Freitag. Kirchenvertreter hatten in der Vergangenheit wiederholt eine menschliche Flüchtlingspolitik gefordert und besonders das Recht auf Familiennachzug verteidigt.

Kirche solle sich um Abtreibung, Sterbehilfe und verfolgte Christen kümmern

Stattdessen sollten aber besser "Fragen zu Beginn und Ende des Lebens" in der kirchlichen Debatte eine Rolle spielen, verlangte Schmidt. Als Beispiele nannte er die Themen Abtreibung und Sterbehilfe sowie das Schicksal verfolgter Christen. Die Kirche laufe Gefahr, "ihr Alleinstellungsmerkmal zu verlieren, wenn statt der Heilsbotschaft Jesu Christi überwiegend Tagesfragen kommentiert werden".

Die Frage des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit dem eingeschränkten subsidiären Schutz ist ein Streitpunkt in den anstehenden Sondierungsgesprächen zwischen Union und SPD. Die Union will den Nachzug der sogenannten Kernfamilie für diese Flüchtlinge ungeachtet von Protesten auch der Kirchen weiterhin verhindern. Die SPD lehnt diese Forderung ab. Derzeit ist der Familiennachzug noch bis Mitte März für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz ausgesetzt.

Ähnlich wie Schmidt hatte sich vor einiger Zeit Bayerns designierter Ministerpräsident Markus Söder geäußert - und Gegenwind von Passaus Bischof erhalten, wie merkur.de* berichtete.

Alle Neuigkeiten zu den Verhandlungen um eine neue Große Koalition gibt es in unserem News-Ticker.

AFP/fn

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